Jittra und Gustav Schwiderowski mit ihrer Lisa genannten Tochter. Das Ehepaar möchte, dass der Zweitname Lisa im Pass der Achtjährigen ergänzt wird, die laut Papieren Pimyada heißt, aber fast ausschließlich Lisa gerufen wird. Der Kreis Unna hat den Antrag abgelehnt. © Stefan Milk
Lisa soll Lisa heißen

Absage für Namensänderung kostet 127 Euro: Lisas Vater wehrt sich

Pimyada wird eigentlich nur „Lisa“ gerufen, deshalb soll dieser Name auch im Pass auftauchen. Vom Kreis Unna gab es dafür eine Absage. Doch die Familie gibt nicht auf und zieht zur Not vors Gericht.

Für Gustav Schwiderowski ist die Geschichte „ein Witz“, aber aufgeben wollen er und seine Familie nicht. Im Gegenteil. „Ich werde Widerspruch einlegen und dann mal schauen, wie es weitergeht“, so der Kamener Familienvater. Für seine Tochter scheut er nicht davor, notfalls vors Gericht zu ziehen und einen Anwalt einzuschalten, der Experte auf dem Gebiet Namensrecht ist.

Denn darum geht es bei der Geschichte: Die Tochter von Schwiderowski heißt offiziell Pimyada Schwiderowski. Weil sie in Thailand geboren wurde, wo Doppelnamen nicht üblich sind, steht nur dieser eine Name im Pass. Gerufen wird die Achtjährige aber fast ausschließlich „Lisa“. Sogar von ihrer thailändischen Familie und auch in offiziellen Schreiben – zum Beispiel aus dem Gesundheitsamt.

Weil der Deutsche Pass der Achtjährigen nun erneuert werden müsste, nutzte der Vater die Gelegenheit, um eine Namensänderung beim Kreis Unna zu beantragen. Im Rathaus in Kamen habe man ihm signalisiert, dass das kein Problem sei, erzählt Schwiderowski. Es sei an sich auch keine Namensänderung, sondern eher eine Namensergänzung, findet der Kamener. Denn im Pass sollte Lisa als Zweitname auftauchen und den Namen Pimyada ergänzen, aber nicht ersetzen.

Namensäger: Schwiderowski will die Rechnung nicht bezahlen

Doch offiziell handelt es sich dabei trotzdem um eine Namensänderung und dafür bedarf es triftige Gründe, wie der Kreis Unna auf Anfrage erklärt hatte. Nur in Ausnahmefällen sei eine Änderung lau Gesetzgeber möglich, hieß es unter anderem – und dass es zumutbar sei, zu erläutern, warum der gebrauchte Vorname von dem Namen im Pass abweicht.

Sogar die Behörden sprechen Pimyada mit „Pimyada Lisa“ oder auch nur mit „Lisa“ an. Im Pass darf der Zweitname laut Gesetz allerdings nicht stehen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Mit Erklärungen wie diesen gibt Schwiderowski sich nicht zufrieden. Trotz Ankündigung des Kreises Unna, dass sein Antrag abgelehnt werden würde, zog er ihn nicht zurück. Daraufhin sei dann die Ablehnung und eine Rechnung von 127 Euro bei ihm eingegangen, berichtet Schwiderowski.

Zahlen will er das Geld nicht und die Entscheidung auch nicht hinnehmen. Zur Not warte er, bis der Fall vor Gericht landet. „Wir nehmen uns dann einen Anwalt und schauen, ob der Richter sich für uns entscheidet“, sagt der Kamener.

Ihn ärgert nicht nur die Ablehnung, sondern auch die Rechnung. Schon vorher kündigte der Kreis an, dass Kosten zwischen 2,50 und 255 Euro auf den Antragsteller zukommen werden. Je nach Verwaltungsaufwand. Schwiderowski hätte weniger zahlen müssen, wenn er den Antrag zurückgezogen hätte. „Dadurch wird man doch dazu gedrängt, ihn zurückzuziehen“, sagt er verärgert. „Und ich würde gerne wissen, welche Namensänderung 2,50 Euro kostet.“ Schwiderowski will nicht aufhören zu fragen – und aufgeben auch nicht.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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