Der Kreis Unna hat am Donnerstag vier weitere Todesfälle gemeldet, die im Zusammenhang mit Corona-Infektionen stehen. © picture alliance/dpa
Corona-Pandemie

Coronavirus: Kreis Unna meldet so viele Todesfälle wie nie seit Beginn der Pandemie

Deutlich mehr Genesene als Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldet der Kreis Unna am Montag (7. Dezember). Aber: Die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und der Todesfälle steigt stark.

Was der Kreis Unna am Montag in seinem Corona-Update vermeldete, ist zweischneidig: Einerseits überstieg die Zahl derjenigen Menschen, die nach einer Infektion als genesen gelten, deutlich die Zahl derjenigen, die nach einem positiven Test als neu infiziert gelten. Andererseits wächst die Zahl von Patienten in stationärer Behandlung – und vor allem auch die Zahl von Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind.

So viele Todesfälle wie noch nie in einer Tagesmeldung

Zehn weitere Todesfälle meldete das Gesundheitsamt – so viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag seit Ausbruch der Pandemie. Das führe noch einmal deutlich vor Augen, wie gefährlich das Virus sei, sagte Kreissprecher Max Rolke. Lebensgefährlich vor allem für ältere Menschen, wie die jüngsten Fälle zeigen: Verstorben sind

  • eine Frau aus Lünen im Alter von 85 Jahren am 4. Dezember,
  • eine Frau aus Lünen im Alter von 89 Jahren am 5. Dezember,
  • ein Mann aus Lünen im Alter von 78 Jahren am 13. November,
  • eine Frau aus Bönen im Alter von 86 Jahren am 5. Dezember,
  • ein Mann aus Werne im Alter von 84 Jahren am 6. Dezember,
  • eine Frau aus Werne im Alter von 94 Jahren am 6. Dezember,
  • ein Mann aus Lünen im Alter von 66 Jahren am 6. Dezember,
  • eine Frau aus Schwerte im Alter von 88 Jahren am 6. Dezember,
  • ein Mann aus Werne im Alter von 74 Jahren am 6. Dezember
  • und ein Mann aus Werne im Alter von 80 Jahren am 4. Dezember.

Im Zusammenhang mit Corona sind damit insgesamt 117 Menschen aus dem Kreisgebiet verstorben.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen gibt der Kreis Unna mit 248 an, wobei zu berücksichtigen ist, dass es sich um den Zeitraum von Freitagmittag bis Montag handelt. Seit dem Beginn der Pandemie haben sich im Kreis Unna insgesamt 7319 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Die meisten neuen Corona-Fälle meldete das Kreisgesundheitsamt wie schon seit Wochen aus Lünen. 97 Neuinfektionen wurden in der größten Stadt des Kreises registriert. Zweistellig wuchs die Zahl der Corona-Fälle auch in Bergkamen (+25), Kamen (+23), Unna (+23), Selm (+22), Schwerte (+18) und Werne (+15). Einstellige Zuwächse gab es in den drei kleinsten Kommunen des Kreises, Holzwickede (+9), Bönen (+8) und Fröndenberg (+8).

Den 7-Tage-Inzidenzwert gibt das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) mit 174,7 an (Datenstand: 7. Dezember, 0 Uhr). Der Kreis Unna verzichtet seit Freitag darauf, selbst einen Inzidenzwert anzugeben, weil sich die Zahlen als recht ungenau erwiesen hatten. Dieser lässt sich jedoch auf Basis der gemeldeten Neuinfektionen errechnen und liegt bei 212,7 (Stand: 7. Dezember, 16 Uhr).

Ziel bleibt es, den Wert der Neuinfektionen, umgerechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, unter 50 zu drücken.

Die Zahl der Corona-Patienten, die im Kreisgebiet stationär behandelt werden, steigt ebenfalls weiter. Inzwischen liegen 166 Covid-19-Patienten in den Kliniken im Kreis Unna. Das sind acht mehr als noch am Freitag.

382 Menschen wurden über das Wochenende neu in die Statistik der Genesenen aufgenommen, allein 270 aus dem Hotspot Lünen.

Damit gelten aktuell 1800 Menschen im Kreis Unna als mit dem Coronavirus infiziert, immerhin 144 weniger als beim letzten Update am Freitag.

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Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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