Sabrina Jacobs kauft und verkauft Kinderkleidung und Spielsachen per WhatsApp. Dafür hat sie eine eigene Gruppe eingerichtet. Tochter Liane (1) freut sich über die schöne Dinge. © privat
Junge Familien

Kleiderkauf bei WhatsApp: Sabrina Jacobs gründet Gruppe für Eltern

Viele Eltern kaufen und verkaufen gebrauchte Kinderkleidung und Spielzeug auf Flohmärten. Doch in der Corona-Zeit gab es keine Märkte. Eine junge Mutter löste das Problem kreativ.

Sabrina Jacobs brachte vor einem Jahr ihre Tochter Liane zur Welt – in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie die ganze Welt fest im Griff hatte. „Das was schon blöd. Gegen Ende der Schwangerschaft wurde Corona immer mehr. Mein Mann hätte beinahe nicht bei der Entbindung dabei sein können“, erinnert sich die junge Mutter.

Auch soziale Kontakte unter Schwangeren bzw. jungen Eltern waren kaum möglich. Wie viele andere Eltern auch, nutzte die 27-Jährige die Sozialen Medien, um sich zu vernetzen. So traf sie andere junge Mütter, mit denen sie mal spazieren ging oder sich auf einen Kaffee traf.

Ein praktisches Mittel war da die Kommunikations-App „WhatsApp“, über die wohl die meisten Menschen aktuell kommunizieren. Eigentlich ist sie nicht darauf ausgelegt, Fremde kennenzulernen. Aber Jacobs gründete einfach eine Gruppe und teilte diese in den Sozialen Medien. Jeder konnte so dazukommen.

Schnell und einfach: Kleiderkauf über WhatsApp

Jacobs nutzte WhatsApp aber nicht nur, um andere Eltern kennenzulernen. Sie gründete auch eine Gruppe, um untereinander Kleidung und Spielsachen zu verkaufen. „Wir sind gerne auf Kinderflohmärkte gegangen, aber das ging während der Pandemie nicht immer“, sagt Jacobs.

Sie gründete eine WhatsApp-Gruppe nur für den Kreis Unna. Das sei praktisch, weil man im Gegensatz zu Verkaufs-Apps wie „Vinted“ gleich weiß, dass die Käuferin oder die Verkäuferin in der Nähe ist. „So muss man keinen Versand zahlen“, erklärt Jacobs.

Außerdem könne man sich im Gegensatz zu anderen Plattformen sicher sein, dass der Käufer auch kommt, sagt Jacobs. Man vertraue sich in der Gemeinschaft und schließlich seien die Nummern bekannt und oft auch Fotos. Zudem sei die Kommunikation und der ganze Ablauf über WhatsApp schneller. „Man setzt ein Foto rein und wenn Interesse besteht, schreibt man sich privat“, erklärt Jacobs.

WhatsApp-Gruppen für junge Eltern gibt es in vielen Orten

Jacobs Idee, die es so auch in anderen Städten gibt, kam bei den Eltern im Kreis Unna gut an. Mittlerweile sind 150 Eltern in ihrer Gruppe – vor allem Mütter. Die Zahl der Mitglieder schwanke, denn alle können selber entscheiden, ob und wann sie aus- oder eintreten. „Wenn Eltern aus der Gruppe gehen, poste ich den Link wieder in den Sozialen Medien“, sagt Jacobs. Dann kämen immer wieder neue Eltern dazu.

In der Gruppe gibt es auch ein paar Regeln, an die sich laut Jacobs bislang alle halten. „Wenn man viele Sachen anbietet, sollte man mehrere Dinge zusammen fotografieren oder eine Collage erstellen“. Werden zu viele Bilder gepostet, gehen vorangegangene Angebote schnell unter.

„Kaum ein Tag, an dem komplett Ruhe war“

Wer Interesse hat, sollte die Verkäuferin privat anschreiben, damit in der Gruppe nicht so viel los ist. Denn bei 150 Eltern, die immer mal wieder etwas zu verkaufen oder zu verschenken haben, kommen viele Nachrichten zusammen. „Es gibt kaum einen Tag, an dem komplett Ruhe war“, so Jacobs, die übrigens auch genau im Blick hat, wer der Gruppe beitritt. Ebenso wie Administratoren. Hier sollen ehrliche Eltern unter sich bleiben.

Jacobs sieht immer mehr solcher Gruppen, die der Umgebung angepasst werden. Wer Interesse hat, kann zum Beispiel einfach in die jeweiligen Ortgruppen bei Facebook schauen. Dort kann man auch nachfragen, ob es solche Gemeinschaften gibt. Zwar finden mittlerweile wieder Flohmärkte statt, aber es ist zu vermuten, dass dieser Trend bestehen bleibt. Jacobs beobachtet zumindest, dass es immer mehr werden. Und 150 Mitglieder sprechen auch für sich.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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