11,5 Millionen für eine neue Feuerwache an der Rentforter Straße

mlzGrundstück schon gekauft

An der Ecke Rentforter Straße/In der Koppel soll in ein paar Jahren eine neue Feuerwache gebaut werden. Die Stadt sieht hier den besten Standort, Nachbarn sind entsetzt.

Kirchhellen

, 09.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Elfeinhalb Millionen Euro soll der Neubau einer Feuerwache in Kirchhellen kosten. Das Grundstück hat die Stadt bereits für 720.000 Euro gekauft. Es liegt an der Ecke Rentforter Straße/In der Koppel und wurde bisher als landwirtschaftliche Fläche genutzt.

Bei der Suche nach einem Standort für die in die Jahre gekommene Rettungswache an der Schulstraße hat das Grundstück an der Rentforter Straße das Rennen gemacht unter insgesamt zehn denkbaren Alternativen. Das erläuterte der Technische Beigeordnete der Stadt Bottrop, Klaus Müller, am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Bottroper Rathaus.

Zehn Standorte wurden geprüft, drei kamen ins Finale

Geprüft wurden Sanierung und Ausbau am bestehenden Standort sowie Neubauten an der Straße Im Pinntal, an der Münsterstraße, der Alleestraße sowohl nördlich als auch südlich der Tankstelle, an der Schulstraße/Am Tollstock, Hauptstraße/Pelsstraße, Horsthofstraße/Papenheide, Rentforter Straße/Volgsrauh und Rentforter Straße/In der Koppel.

Einige seien allein deshalb schnell ausgeschieden, erklärte Müller, weil die Feuerwehr von diesen Randlagen aus nicht schnell genug alle Einsatzorte erreichen und so die vorgeschriebenen Hilfsfristen nicht einhalten könne.

Standorte neue Feuerwache Kirchhellen

Diese drei Standorte sind ins Finale gekommen. Standort 9 wird von Verwaltung und Politik favorisiert. © Stadt Bottrop

Lediglich drei Standorte seien letztlich in die engere Wahl gekommen. Für den Standort Rentforter Straße/In der Koppel habe schließlich gesprochen, dass die Feuerwehr ihn einsatztaktisch für gut halte, die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen günstig seien und das Grundstück verkäuflich gewesen sei.

Feuerwehr bekommt einen eigenen Arm im Kreisverkehr

Die verkehrliche Anbindung der Wache soll über den geplanten Kreisverkehr Rentforter Straße/Kirchhellener Ring erfolgen. Feuerwehrchef Kim Heimann: „Wir bekommen da einen eigenen Arm und können dann aus dem Kreisel heraus schnell in alle Himmelrichtungen starten.“

Der favorisierte Feuerwachen-Standort aus der Vogelperspektive.

Der favorisierte Feuerwachen-Standort aus der Vogelperspektive. © Stadt Bottrop

Drei bis vier Jahre Planungszeit, weitere drei Jahre Bauzeit - die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr werden sich noch einige Jahre mit ihrer Wache aus den 60er-Jahren und dem 20 Jahre jüngeren Erweiterungsbau behelfen müssen.

Oberbürgermeister Bernd Tischler sowie Klaus Strehl (SPD/Planungsausschuss) und Hermann Hirschfelder (CDU/Wirtschaftsförderungsausschuss) zeigten sich zuversichtlich, dass die Neubaupläne und die Wahl des Standortes schon am Nachmittag in der Kirchhellener Bezirksvertretung auf weitreichende Zustimmung und die erforderlichen Beschlüsse stoßen würden.

Nachbarn vom Wellbraucksweg kritisieren „Nacht- und Nebelaktion“

Derweil regte sich erster Protest in der Nachbarschaft: Im Namen von entrüsteten Bürgern des Wellbrauckswegs und der Straße In der Koppel kritisiert Johannes Peuler eine „Nacht- und Nebelaktion“ der Bezirksvertretung und der Verwaltung. Die Öffentlichkeit sei nicht rechtzeitig und umfassend über das Vorhaben informiert worden. Auch ein Verkehrskonzept fehle.

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Peuler in seinem Appell an die Bezirksvertreter, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen: „Hier muss vorher über Lärmschutz, Kiebitzschutz, Klimaveränderung und Klimaverträglichkeit gesprochen werden.“

Auch Alt-Bottrop braucht eine neue Feuerwache

Auf Alt-Bottroper Gebiet steht der Bau einer neuen Hauptfeuerwache an. Dort droht wegen des favorisierten Standortes noch mehr Ungemach als möglicherweise in Kirchhellen. Denn die 35.000 Quadratmeter große Fläche in direkter Nachbarschaft des Marienhospitals hat eine klimatisch wichtige Funktion als Frischluftschneise, birgt also erhebliches Konfrontationspotenzial, das in Bottrop bereits zu Diskussionen geführt hat. Die CDU wägt noch ab, die SPD will der mit 60 Millionen Euro laut Klaus Strehl „größten Investition in der Geschichte der Stadt Bottrop“ zustimmen.

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