2500 Euro für herzkranke Josi gesammelt - das ist der sehnlichste Wunsch der Familie

mlzCAP-Markt

Die zwölfjährige Josi hat einen angeborenen Chromosomenfehler und sitzt im Rollstuhl. Ihre Eltern haben einen großen Herzenswunsch, dem sie nun ein Stück näher gekommen sind.

Grafenwald

, 16.01.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fahrten zu Ärzten, zu Therapien, zum Hospiz, aber auch mal Besuche bei der Familie im Westerwald oder bei Spielgruppen - Annika Visser aus Grafenwald weiß, was sie mit einem eigenen Auto machen würde. Ihre zwölfjährige Tochter Josi ist schwer krank. Ihr Herz arbeitet nur noch zu zehn Prozent, daher muss Josi im Rollstuhl sitzen. Schuld daran ist ein angeborener Chromosomenfehler.

Der Umbau eines Wagens kostet 7500 Euro

Zwar hat Josis Vater einen Dienstawagen, mit dem ist er aber unter der Woche beruflich unterwegs und selbst dort passt der Rollstuhl seiner Tochter kaum rein. Daher benötigt die Familie einen behindertengerechten Wagen mit Rampe. „Der Umbau eines Wagens kostet um die 7500 Euro. Gebrauchtwagen in dieser Richtung zu bekommen, ist schwer, denn das sind Nutzfahrzeuge, die werden gefahren, bis sie auseinanderfallen. Ein Neuwagen kostet locker zwischen 25.000 und 30.000 Euro“, sagte Annika Visser.

Die Facebook-Gruppe „We love Bottrop“ rief gemeinsam mit dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe daher im vergangenen Jahr eine Spendenaktion ins Leben. 1816 Euro sind dabei bislang zusammengekommen. Auch der Fußballverein Rhenania Bottrop startete eine Aktion für Josi, die 2700 Euro brachte. „300 Euro haben bislang Privatpersonen gespendet, ohne ihren Namen zu nennen“, erzählte Visser.

Zu den bislang eingegangenen Spenden kommen jetzt noch 2511 Euro hinzu. Die hat das Team des CAP-Marktes Grafenwald mit zwei Aktionen gesammelt. „Das Schicksal ist uns sehr ans Herz gegangen“, sagte CAP-Geschäftsbereichsleiter Arnd Schreiner am Mittwoch bei der Übergabe des Geldes.

Aktionen im CAP-Markt kamen gut an

Daher widmete der Markt seine Aktion „Spenden statt Böllern“ der Familie und ihrem sehnlichsten Wunsch. Gemeinsam mit den Bottroper Werkstätten der Diakonie und Unterstützung durch Bäcker Peter, FD Fleischwaren Bottrop sowie dem Hof Umberg organisierten die Mitarbeiter ehrenamtlich außerdem eine Spenden-Grillaktion. „Beide Aktionen kamen super bei unseren Kunden an, denn sie wussten, dass das Geld an ein konkretes Projekt an eine Familie aus dem Ort fließt“, so Schreiner.

Annika Visser nahm das Geld am Mittwoch sichtbar gerührt entgegen und konnte gleich noch von weiteren positiven Neuigkeiten berichten: „Die Caritas Grafenwald und Kirchhellen will uns auch unterstützen und das Geld, das wir bisher erhalten haben, auf 15.000 Euro aufstocken.“ Mittlerweile gibt es auch die Idee, ein geeignetes Auto zu leasen, wenn sie ein Autohaus finden, das das mitmacht.

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Wie schön es sein kann, ein Auto zur Verfügung zu haben, konnte die Familie Visser im November und Dezember erfahren. In dieser Zeit hatten die Bottroper Werkstätten Vissers einen rollstuhlgerechten Wagen geliehen. „Das war toll. Josi hat das sehr genossen“, erzählt Josis Mutter.

„Sie lacht viel, isst gut und möchte viel erleben.“

Zuletzt hatte sie die Ergotherapie ihrer Tochter streichen müssen. Denn die Therapeutin kommt nicht ins Haus, daher braucht Annika Visser ein Auto, um die Termine wahrzunehmen. Doch manchmal klappt es dann doch spontan nicht mit einem Auto. Und dann muss die Familie eine Strafe zahlen, da sie den Termin nicht 24 Stunden vorher abgesagt hat. Insgesamt gehe es Josi aber gut: „Sie lacht viel, isst gut und möchte viel erleben. Bis auf die Atmung bin ich sehr zufrieden.“

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