Die Stadt Bottrop erhält von Bund und Land rund 7 Millionen Euro für den Breitbandausbau. Doch die Sache hat einen Haken. © picture alliance/dpa
Glasfaser

7 Millionen Euro für den Breitbandausbau und ein dicker Haken

Die Stadt Bottrop bekommt von Bund und Land 7 Millionen Euro für den Breitbandausbau - einen Haken gibt es jedoch. Die Glasfaser-Initiative in Ekel ist froh, selber aktiv geworden zu sein.

Während in Ekel und Hardinghausen endlich die Rohre für die Glasfaser-Anbindung gezogen werden, informiert die Stadt Bottrop darüber, dass eine vorläufige Zusage über Bundes- und Landesmittel für den Breitbandausbau vorliegt. Hat die Glasfaser-Initiative also zu schnell die Zügel selbst in die Hand genommen?

„Nein“, sagt Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder. Denn jetzt erfolge erst einmal eine europaweite Ausschreibung der Arbeiten. „Das wird dauern – vier bis fünf Jahre, schätze ich“, sagt er. Zudem sei noch nicht gänzlich geklärt, welche Gebiete Bottrops überhaupt von einer Förderung profitieren würden. „Da war es schon richtig, dass wir das Projekt hier selbst in die Hand genommen haben.“

Aktuell würden die Rohre gezogen. Zudem habe man die Zusage der Stadt, vorab auf der Trasse des im Bau befindlichen Radwegs nach Gahlen die notwendigen Leerrohre verlegen zu können. Der Weg würde dann darüber gebaut werden. Schnieder hofft, das Projekt im ersten Quartal 2021 abschließen zu können.

In der Tat spricht auch das Amt für Wirtschaftsförderung von einer erwartbar langen Ausbauzeit, die die positive Nachricht des Förderbescheids über insgesamt rund 7 Millionen Euro überschatte. Bereits im September habe die Stadt den vorläufigen Bescheid über die Zuwendungen für den Breitbandausbau erhalten. Der umfasst neben sogenannten „weißen Flecken“ auch Gewerbegebiete und Schulstandorte im Stadtgebiet. Von „weißen Flecken“ spricht man, wenn in Gebieten im Downloadbereich keine 30 Mbit/s erreicht werden können.

Fördermittel von Bund und Land für Bottrop

Zwischen September 2020 und April 2024 erhält Bottrop vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eine Zuwendung von bis zu 3,5 Millionen Euro. Ergänzend wurden Fördermittel des Landes NRW in gleicher Höhe beantragt. Die vorliegenden Bescheide beziehen sich jedoch nur auf die Mittel, die für den Ausbau der Netzinfrastruktur benötigt werden. Weitere entstehende Kosten (Personal, juristische Dienstleistungen) sind darin nicht enthalten.

Als nächster Schritt sollen nun über eine europaweite Ausschreibung Unternehmen gesucht werden, die eine „nachhaltige und hochleistungsfähige Telekommunikationsnetzinfrastruktur (…) in Bottrop errichten wollen.“ Den endgültigen Förderbescheid gibt es erst, wenn der Bund die Ergebnisse der Ausschreibung geprüft hat. Erst 18 Monate nach Bekanntgabe darf mit den Bauarbeiten begonnen werden – und auch die werden Zeit brauchen.

Es fehlt an Mitarbeitern und geeigneten Unternehmen

Die Telekom kalkuliert beispielsweise nach Angaben der Verwaltung mit einem Zeitraum von 48 bis zu 60 Monaten nach Erteilung des Zuschlages für ihre Ausbaumaßnahmen, da nicht nur Mitarbeiter fehlen, sondern es auch an geeigneten Tiefbauunternehmen mangelt. Das liegt daran, dass in ganz Deutschland sehr viele solcher Vorhaben realisiert werden.

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