Am Brabecker Feld und Brabecker Weg wird bald Tempo 30 gelten

mlzVerkehrssituation

Das Tempo auf den Straßen Brabecker Feld/Brabecker Weg zwischen der Hackfurth- und der Rentforter Straße wird auf Tempo 30 herabgesetzt. Die Begründung erstaunte die Bezirksvertreter.

Kirchhellen

, 04.02.2019, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Anwohner des Brabecker Feldes hatte stellvertretend, so schreibt er an den Oberbürgermeister Bernd Tischler, für die Anlieger des Brabecker Feldes angeregt, dass für den gesamten Verlauf der Straße Brabecker Feld zwischen Hackfurthstraße, der Brabecker Straße und der Rentforter Straße ein generelles Durchfahrtsverbot und zusätzlich die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde festgesetzt werde.

Seit einigen Jahren sei ein erhöhter Durchgangsverkehr auf der Straße zu beobachten. „Das Brabecker Feld ist in seinem Ursprung ein landwirtschaftlicher Nutzweg und auf 1,5 Fahrspuren befestigt. Die nachträgliche, rudimentäre Befestigung der Bankette ist nach unserer Auffassung der Tatsache geschuldet, dass seitens der Verkehrsteilnehmer die anderthalbspurige Fahrbahn in keiner Art und Weise akzeptiert und die unbefestigte Bankette als Zusatzfahrbahn benutzt wird“, heißt es in dem Brief.

Tempo 50 werde oft „deutlich überschritten“

Das aktuelle Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde werde oft von Verkehrsteilnehmern „deutlich überschritten“. Auch von der fortgeschrittenen Technik der Landwirtschaft gehe ein „hohes Gefahrenpotenzial“ aus. Durch die technische Möglichkeit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern pro Stunde komme es zu Situationen, dass landwirtschaftliche Gespanne mit diesem Tempo und einem Gesamtgewicht von bis zu 40 Tonnen das Brabecker Feld befahren. „Durch die Größe der Gespanne wird hier oftmals das ‚Gesetz des Stärkeren‘ durch die Fahrzeugführer angewandt.“

Die Anlieger glauben, dass durch die Durchsetzung ihrer beiden Anträge die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer reduziert werde, die die Straßen vor allem im Sommer als Rad- und Wanderroute nutzten. Auch die Gefahr für Autofahrer, die von ihren Grundstücken auf die Straße fahren, würde sinken. Dabei entstünden nämlich oft „gefährliche Situationen“. Weitere Gründe, wie die geringere Gefahr durch Wildwechsel, werden ebenfalls angeführt.

„Schlechter Straßenzustand“ als Grund

Nach einer Anhörung u.a. der Polizei, der Straßenbaubehörde und der Verkehrsplanung hat die Verwaltung entschieden, auf dem gesamten Stück Tempo 30 auszuschildern. „Die Ausweitung erfolgt aufgrund des schlechten Straßenzustandes und der Tatsache, dass diese Straßen zum Radverkehrsnetz NRW gehören“, schreibt die Verwaltung in ihrer Begründung.

Gerade der erste Punkt stieß den Bezirksvertretern und Ratsmitgliedern in der Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag übel auf. „Ist das jetzt die Lösung, dass bei schlechten Straßenverhältnissen Tempo 30 gemacht wird?“, fragte Rainer Hürter. Vorsitzender der Kirchhellener CDU. Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder fand es bemerkenswert, dass die Verwaltung ihre „eigenen Unzulänglichkeiten“ zugebe. „Der Straßenzustand ist schlecht. Warum werden Wirtschaftswege nicht gepflegt? Warum macht die Stadt sie nicht fertig?“, fragte er. Besonders verärgert sind die Bezirksvertreter, weil das Geld für die Wirtschaftswege da ist. Seit Jahren wird es nicht ausgegeben. Er fühle sich „vereimert“, sagte Bernhard Steinmann (CDU).

Bezirksvertreter erwarten Liste vom Amt

Bereits 2017 waren 50.000 Euro für die Wirtschaftswege im Haushalt vorgesehen. Rund 15.000 wurden aber nur ausgegeben. Als Grund nannte Wilfried Helsper vom Tiefbauamt der Stadt in der Sitzung der Bezirksvertreter im November den Personalmangel. „Wir haben zwei neue Mitarbeiter, aber gleichzeitig scheiden auch zwei aus. Dann sind wir wieder bei drei Mitarbeitern, die fehlen.“ Dies sei der Situation auf dem Stellenmarkt geschuldet.

Schon damals bot Schnieder nur halb im Scherz Hilfe an: „Wir können Ihnen eine Liste schicken und Sie können die Arbeiten sofort ausschreiben.“ Dorothee Askemper (CDU) verwies auf die Prioritätenliste, die vor Jahren mal erstellt wurde und auf die zurückgegriffen werden könnte. Diese kam auch in der Sitzung am Dienstag wieder zur Sprache. „Wir erwarten im März bei der nächsten Sitzung eine detaillierte Liste vom Amt“, sagte Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder. Diese wollen die Bezirksvertreter dann mit ihrer Liste abgleichen.

Keine objektiven Gründe für Sperrung

Die grundsätzliche Sperrung für den Durchgangsverkehr wurde von der Verwaltung indes abgelehnt. „Für einen solch drastischen Eingriff ins Straßennetz müssen objektive Gründe vorliegen. Solche wurden nicht benannt, noch konnten solche im Rahmen des Anhörverfahrens festgestellt werden.“

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