Die Verkehrserziehung der Bottroper Grundschüler wird ab dem kommenden Schuljahr neu organisiert. © picture alliance/dpa
Fahrrad

Aus für Jugendverkehrsplatz? Stadt organisiert Verkehrserziehung neu

Ab dem kommenden Schuljahr wird die Stadt Bottrop die Verkehrserziehung der Grundschüler neu organisieren. Für den Jugendverkehrsplatz könnte das allerdings das Aus bedeuten.

Zu lernen, sich sicher im Straßenverkehr mit dem Fahrrad zu bewegen, das ist für alle Grundschüler wichtig. Viele Jahre hat der pensionierte Polizeibeamte Reinhard Lücke einen großen Teil der Verkehrserziehung der Bottroper Schüler an der Jugendverkehrsschule übernommen. Doch damit ist jetzt Schluss.

Denn Reinhard Lücke wird diese Aufgabe nach dem laufenden Schuljahr nicht mehr übernehmen. Das hat er vor einiger Zeit der Stadt Bottrop mitgeteilt. Seine eigenen Bemühungen, einen Nachfolger zu finden, blieben ohne Erfolg – dem Fachbereich Jugend und Schule ging es ähnlich. So wurde dann per Stellenausschreibung gesucht. Doch laut Fachbereich sind die eingegangenen Bewerbungen nicht dazu geeignet, das hohe Niveau der Verkehrserziehung zu halten.

Jedoch wurde durch die Ausschreibung die Polizei Recklinghausen auf das Problem aufmerksam. Diese übernimmt in zehn der elf Kommunen, für die sie zuständig ist, bereits die Aufgabe der kompletten Verkehrserziehung an Schulen. Auch die Stadt Bottrop wird nun ab dem kommenden Schuljahr auf die Zusammenarbeit mit der Recklinghäuser Polizei setzen.

Kinder üben künftig direkt im Bottroper Straßenverkehr

Das bedeutet aber auch, dass die Jugendverkehrsschule nicht mehr für die Radfahrübungen der Schüler genutzt werden wird. Denn die Verkehrssicherheitsberater der Polizei trainieren mit den Kindern ab der ersten Stunde im Straßenverkehr im direkten Umfeld der jeweiligen Schule. Das war bislang erst am Ende der Radfahr-Einheiten in Bottrop der Fall.

Die Polizei Recklinghausen prüft nach Angaben des Fachbereichs für Jugend und Schule aber, ob sie den Platz eventuell für andere Angebote – wie beispielsweise Pedelec-Schulungen für Senioren – nutzen kann. An solchen Angeboten soll dann auch die Verkehrswacht beteiligt werden.

Jugendverkehrsplatz könnte zurück gebaut werden

Klar ist aber auch: Sollten sich solche Angebote als nicht praktikabel herausstellen, wird der Platz höchstwahrscheinlich zurückgebaut. Die Fläche könnte dann der angrenzenden Astrid-Lindgren-Schule zur Verfügung gestellt werden.

Durch die neue Zusammenarbeit mit der Polizei spart die Stadt mehr als 20.000 Euro jährlich. Denn die Kosten für das bisherige Honorar von rund 6.000 Euro, die Geschäftsaufwendungen von 700 Euro und der Bustransfer der Schüler zwischen Schule und Jugendverkehrsschule (14.000 Euro) fallen dann weg. Vorgestellt wird die neue Zusammenarbeit im kommenden Schulausschuss am 27. Mai.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge
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