Bei dieser Kirchhellener Familie finden Schwalben ein Zuhause

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Der NABU hat eine Familie aus Kirchhellen ausgezeichnet, weil sie dafür sorgt, dass Schwalben bei ihnen brüten und Nachwuchs bekommen können.

Kirchhellen

, 30.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Familie Schüttert aus Kirchhellen begrüßt im Frühjahr besondere Gäste bei sich im Stall. Seit Jahren kommen Rauchschwalben und bauen ihre Nester. Weil die Stellen, die sich die Schwalben aussuchen, nicht immer optimal waren, hängen die Schütterts seit drei Jahren künstliche Nester auf. Seitdem bleiben die Schwalben länger und es gab sogar schon Bruterfolge. Vom NABU wurden Britta und Andreas Schüttert nun mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet.

Es ist bereits die vierte Auszeichnung dieser Art in Kirchhellen. „Es soll eine Wertschätzung sein für Menschen, die sich für die Umwelt und Tiere engagieren“, sagt Claudia Verhoeks vom NABU Bottrop. Durch ihr Engagement haben sich die Schütterts diese Auszeichnung verdient.

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Schwalben finden heutzutage immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp. Sie suchen sich dabei ihre Unterkunft selbst aus. Doch oft sind moderne Viehställe und Scheunen verschlossen und bieten besonders Rauchschwalben keine Einflugsmöglichkeiten mehr. Durch Sanierungsmaßnahmen verschwinden häufig Lebensräume der Schwalben.

Weniger Lehm zum Nestbau

Feldwege, Einfahrten und Plätze sind oft zubetoniert, sodass Schwalben immer seltener Pfützen und damit weniger Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch Monokulturen, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger Insekten, die als Futtergrundlage dienen.

Zu Britta und Andreas Schüttert kommen schon seit vielen Jahren Schwalben. Doch meistens haben diese ihre Nester zu nah unter dem Dach gebaut. Dadurch wurde es im Sommer immer zu heiß und die Schwalben verschwanden wieder. Vor drei Jahren hat die Familie deswegen das erste Mal künstliche Nester an geeigneter Stelle selbst angebracht – und diese wurde von den Schwalben angenommen. Dort konnten sie im Sommer brüten und so gab es bereits Nachwuchs.

Schwalben sind standorttreu

Im Winter fliegen die Schwalben nach Afrika. Doch die Tiere sind standorttreu und so konnten die Schütterts das Schwalbenpaar wieder willkommen heißen. Für das nächste Jahr wollen sie weitere künstliche Nester aufbauen. Denn möglicherweise wird die Brut der Schwalben auch mit zurückkehren.

Im Internet unter www.nabu.de/schwalben finden Interessierte ein Bewerbungsformular für die Auszeichnung zum „Schwalbenfreundliches Haus“. Werden die Kriterien erfüllt, wird sich ein Mitarbeiter des NABU mit den Bewerbern in Verbindung setzen, um die Auszeichnung vorzunehmen.

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