Bei diesem Ferienprogramm ist Zocken erlaubt

mlzMedien-Erziehung

17 Kinder und Jugendliche können bei diesem Ferienspaß drei Tage lang zocken, Videos drehen und Spiele entwickeln. Nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern sollen dadurch etwas lernen.

Kirchhellen

, 17.10.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das grüne Auto fährt durch ein Labyrinth aus Wänden und sich bewegenden Schiebern. Es muss Schlüssel einsammeln, um Türen zu öffnen und Diamanten, um Punkte zu bekommen. Wer die roten Wände oder die grünen Schieber berührt, muss noch einmal von vorne anfangen.

Dieses Geschicklichkeitsspiel, das man auf dem PC spielt und mit den Pfeiltasten auf der Tastatur steuert, entwickeln gerade Kinder und Jugendliche beim Projekt „Gecheckt“ im Media-Lab in der Sekundarschule Kirchhellen. „Das Programmieren macht total Spaß und es ist toll, dann das spielen zu können, was man selber entwickelt hat“, sagt Ben.

17 Kinder verbringen drei Tage im Media-Lab

Insgesamt verbringen 17 Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aktuell drei Ferientage im Media-Lab. Das Projekt „Gecheckt“ gibt es seit 2014. Es ist ein Programm der Fachstelle für Jugendmedienkultur (fjmk) NRW, das vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gefördert wird.

„Junge Menschen konsumieren Medien, das steht außer Frage. Wir regen zum kreativen Ausprobieren der verschiedenen Medien an. Dabei sind wir thematisch vollkommen offen. Die Teilnehmer entscheiden, was gemacht wird“, erlärt Markus Sindermann, Geschäftsführer der fjmk.

Fachstelle bringt jede Menge Technik mit

An Technik bringt das Team der Fachstelle alles mit, sodass der Kreativität keine Grenzen gesetzt werden. Drei Mitarbeiter betreuen die verschiedenen Gruppen. „Bei unserem letzten Workshop über Cybermobbing hat sich gezeigt, dass die Jugendlichen noch mehr über Medientechnik wissen wollen, da bot sich dieses Projekt natürlich an“, erklärt Sozialarbeiterin Dana Lammers vom Fachbereich Jugend und Schule der Stadt Bottrop.

Drei Tage haben die Teilnehmer Zeit, ihre Projekte fertigzustellen. Am Freitag (18. Oktober) werden sie sie ab 16 Uhr ihren Eltern in der Aula der Sekundarschule zeigen. Bis dahin müssen Hanke und seine Gruppe richtig Gas geben. Sie wollen nämlich eine rund fünfminütige Horrorfilm-Parodie drehen. „Das Script ist fertig, Kamera und Ton sind eingestellt, jetzt müssen wir drehen und nachbearbeiten“, sagt Hanke am Mittwochmorgen.

Bei diesem Ferienprogramm ist Zocken erlaubt

Eine Gruppe nutzt die drei Tage für ein "Minecraft-Let's Play"-Video. © Manuela Hollstegge

Im Raum nebenan wird am Laptop gezockt. Der 14-jährige Valentin und seine Mitstreiter machen ein sogenanntes „Let`s Play-Video“ über das Spiel Minecraft. Dafür machen die Jugendlichen Videos davon, wie sie das Computerspiel spielen und kommentieren das Geschehen am Bildschirm. „Ich mag das Spiel, daher macht mir das auf jeden Fall Spaß. Wir zeigen aber nicht nur, wie wir etwas schaffen, sondern auch, wenn etwas schief läuft, oder etwas Lustiges im Spiel passiert“, erklärt Valentin.

Jungs drehen Erklärvideo zu „Mario Kart“

Auch Nicklas und Dennis (12 Jahre) spielen. Sie sitzen jedoch nicht am Laptop sondern zocken „Mario Kart 8 Deluxe“ auf der Nintendo Switch. „Wir machen ein Erklärvideo für Leute, die das Spiel nicht erkennen“, sagen die beiden Jungs, ohne vom Bildschirm aufzublicken.

„Durch das Projekt lernen die Jugendlichen, aber auch die Eltern, dass man Medien nicht immer verteufeln muss, sondern damit auch kreative Dinge entstehen können“, sagt Markus Sindermann.

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