Bergbauflächen: Wohnbebauung in Grafenwald soll geprüft werden

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Die Kirchhellener Bezirksvertreter sind mit den Plänen der Stadt für die frei werdenden Bergbauflächen in Grafenwald nicht ganz einverstanden. Sie möchten Alternativen prüfen lassen.

Grafenwald

, 24.09.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

7,1 Hektar Fläche werden in den nächsten Jahren in Grafenwald frei. Das Ende des Bergbaus macht es möglich. Doch was soll dort gebaut werden, wo Schacht 9 im Dezember 2019 für immer verschlossen wurde? Darüber wurde in der Sitzung der Kirchhellener Bezirksvertretung am Montag (21. September) diskutiert.

Die Stadt Bottrop plant, auf den frei werdenden Flächen in Grafenwald Gewerbe anzusiedeln. Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder sieht diese Planung kritisch. „Ich würde gerne über eine mögliche Wohnbebauung an dieser Stelle diskutieren“, sagte er am Montag. Da die RVR-Pläne vorsehen, die dortige Fläche in einen „Allgemeinen Siedlungsbereich“ umzuwandeln, wäre dort auch der Bau von Wohnungen möglich.

Christina Kleinheins, Leiterin des Stadtplanungsamtes, hält jedoch eine gewerbliche Nutzung planerisch für sinnvoller. „Wir wollen das Gewerbe in Grafenwald weiter entwickeln. Wo sonst, wenn nicht da?“, sagte sie. Die Kirchhellener Politiker hielten dagegen. Schnieder führte beispielsweise das neue Gewerbegebiet Brandenheide an, Sigrid Lange von den Grünen den hohen Wohnungsdruck in Grafenwald. „An Schacht 9 könnten wir relativ schnell bauen und müssten dann nicht in irgendwelche Grünflächen rein“, sagte sie. Damit spielte sie auf die kürzlich gegründete Bürgerinitiative „Natürlich Grafenwald“ an, die sich gegen die Bebauung von Grünflächen im Ortsteil ausspricht.

Amtsleiterin warnt davor, zu lange zu diskutieren

Auch Frederik Steinmann (CDU) warnte davor, diese Fläche zu verschenken. „Vielleicht sollte man erst mal diesen Bereich für Wohnungsbau nutzen, bevor man auf den grünen Acker geht“, sagte er. Dem stimmte auch Wilhelm Stratmann (SPD) zu. Zum Abschluss stimmten alle Parteien zu, die Verwaltung zu beauftragen, alternative Nutzungsmöglichkeiten zu prüfen. Kleinheins hatte diese Möglichkeit angeregt, warnte jedoch auch davor, zu lange darüber zu diskutieren: „Wir brauchen die Planung der zukünftigen Nutzung für die Abschlussbetriebspläne. In Grafenwald wurde zwar damit noch nicht begonnen, aber trotzdem sollten wir uns nicht mehr ewig Zeit lassen.“

Die aktuelle Planung sieht vor, dass parallel zur Erstellung der Abschlussbetriebspläne die notwendigen Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden. Denn so können die Pläne zur Nachnutzung bereits in die Sanierungskonzepte der Abschlussbetriebspläne einfließen. Die Bebauungspläne können jedoch erst nach dem Ende der Bergaufsicht in Kraft treten. Die RAG rechnet insgesamt mit bis zu sechs Jahren Verfahrensdauer für die Abschlussbetriebspläne.

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