Bottrop altert - Viele der Senioren leben in Kirchhellen

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Die Bottroper Bürger werden immer älter. Viele der Senioren wohnen in Kirchhellen. Das hat Auswirkungen auf die Planung für Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen.

Kirchhellen

, 27.09.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bottroper werden immer älter. In Kirchhellen ist der Anteil der Senioren an der Bevölkerung im Vergleich aller Stadtteile am zweithöchsten. Das geht aus dem Bericht zur kommunalen Pflege- und Bedarfsplanung der Stadt Bottrop vor, der am Montag (30. September) im Seniorenbeirat vorgestellt wird. Das hat Folgen für die Pflegeplanung.

2018 lebten insgesamt 116.856 Menschen in Bottrop. Seit 2016 ist diese Zahl relativ stabil. Seit 2010 hat die Stadt 496 Einwohner verloren. Gewinne gab es 2015 und 2016 vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingen, doch obwohl davon nicht mehr so viele in die Stadt kommen, bleiben die Einwohnerzahlen konstant.

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Ein Negativ-Trend ist seit 2010 bei den Kindern und Jugendlichen zu erkennen - die Zahl ist seitdem um 913 auf 18.062 gesunken. Seit 2016 bleibt die Zahl jedoch relativ konstant. Um 1287 ist in diesem Zeitraum die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in Bottrop gesunken. „Das Potenzial für den Arbeitsmarkt und die familiäre Pflege nimmt somit beständig ab“, heißt es in dem Bericht.

Im gleichen Zeitraum ist die Anzahl der Senioren um 1074 auf 26.186 gestiegen. Die älteren Bottroper sind dabei sehr unterschiedlich auf die Stadtteile verteilt. In Kirchhellen haben die Senioren den zweithöchsten Anteil an der Bevölkerung im Vergleich aller Stadtteile - nur im Fuhlenbrock ist der Anteil höher. „Auch der Kirchhellener Raum weist mit 23,7 Prozent einen überdurchschnittlichen Seniorenanteil auf“, heißt es.

Senioren in Kirchhellen sind vergleichsweise jung

Dabei fällt auf, dass die Senioren in Kirchhellen vergleichsweise jung sind beziehungsweise wenig Menschen ab 80 Jahren dort leben. In Bottrop ist jedoch diese Zahl insgesamt gestiegen.

Die Sterbefälle sind in 2018 erstmalig seit 2012 wieder rückläufig - 1626 waren es im vergangenen Jahr (1685 in 2017). In der Regel sind deutlich über 80 Prozent der gestorbenen Bottroper mindestens 65 Jahre alt gewesen (2018: rund 85 Prozent). Die Hälfte der verstorbenen Senioren war mindestens 85 Jahre alt. Der Bericht weist darauf hin, dass das bedeute, dass Rentner oft noch mindestens 20 Jahre Zeit zur Gestaltung ihres Lebens hätten und mehr Zeit in Seniorenheimen verbringen würden.

Mehr Personen in 2017 pflegebedürftig

Pflegebedürftig waren in 2017 5466 Personen. Das bedeutet einen Zuwachs um 738 Personen seit 2015 - jedoch erfolgte die Berechnung in 2017 nach einem neuen Verfahren, das mehr Personen zur Kategorie der Pflegebedürftigen zählt. Die meisten Pflegebedürftigen sind in den hohen Altersklassen zu finden.

Knapp 50 Prozent der Pflegebedürftigen haben Pflegegrad 2, knapp jeder fünfte Pflegegrad 4 oder 5. Etwas mehr als die Hälfte der pflegebedürftigen Bottroper erhält Pflegegeld, wird also zu Hause versorgt. Dabei handelt es sich vor allem um Personen mit einem niedrigen Pflegegrad. Ab Pflegegrad 4 wird die stationäre Versorgung wichtiger.

Bis 2022, so prognostiziert es der Bericht, wird es Bevölkerungsgewinne ausschließlich in der Gruppe der jungen Senioren (65 bis 74 Jahre) geben. Die Anzahl der Bottroper, die 75 Jahre und älter sind, wird sinken. Dabei wird die Zahl der Gesamtbevölkerung relativ konstant bleiben. Leicht ansteigen wird die Zahl der Pflegebedürftigen.

Was bedeutet das für Seniorenheime, Kurzzeitpflege- und Tagespflege-Einrichtungen?

20 Kurzzeitpflegeplätze fehlen in Bottrop

Aktuell stehen insgesamt 1.361 vollstationäre Dauerpflegeplätze zur Verfügung. Mehr Plätze in Seniorenheimen werden, so stellt es der Bericht der Stadt fest, bis 2022 nicht benötigt, da der Bedarf gedeckt ist. Gleiches gilt für die Tagespflege in Bottrop. Laut Bericht reichen die aktuell vorhandenen 55 Plätze aus.

Handlungsbedarf sieht der Bericht im Bereich der Kurzzeitpflege. Dort gibt es aktuell 113 Plätze in Bottrop. 20 mehr könnten es bis 2022 werden.

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