Bernd Maaßen, Sebastian und Georg Hönes haben die Bürgerinitiative Feldhausen gegründet. Sie kritisieren die Kindergartenbedarfsplanung der Stadt Bottrop. © Julian Schäpertöns (A)
Kinderbetreuung

Bürgerinitiative übt scharfe Kritik an Planungen zu Kita-Plätzen

Die Bürgerinitiative Feldhausen bezieht Stellung zur von der Stadt Bottrop veröffentlichten Kindergartenbedarfsplanung. Sie sagt, die Stadt käme ihren Verpflichtungen nicht nach.

Kaum hat die Stadt Bottrop ihre Kindergartenbedarfsplanung vorgelegt und klar vermeldet, dass es keinen Kita-Notstand in Kirchhellen gibt, da bezieht auch die Bürgerinitiative Feldhausen Stellung. Sie hatte vor zwei Monaten die Stadt massiv aufgrund fehlender Kita-Plätze kritisiert.

Auch jetzt bleibt die Initiative dabei: „Die Stadt Bottrop ist dazu verpflichtet, jedem Kind einen Betreuungsplatz anzubieten. Dieser Verpflichtung kommt sie schon seit Jahren nicht nach. Diesen Mangelzustand nennen wir einen Notstand, weil damit Familien in eine Notlage gebracht und Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden.“

Eltern, die zum Anmeldezeitpunkt keinen Arbeitsplatz nachweisen könnten, seien in einem Teufelskreis gefangen: Einerseits könnten sie ohne Betreuungsplatz keinen Job annehmen, andererseits bekämen sie keinen Kita-Platz, da sie keine Arbeit hätten. „Hier muss das Vergabeverfahren überprüft und gegebenenfalls nachgebessert werden“, heißt es in einer Stellungnahme.

Kritik am geforderten „Kita-Tourismus“ nach Kirchhellen

Dem ersten Beigeordneten Paul Ketzer wirf die Initiative vor, von den Eltern einen „Kita-Tourismus“ in andere Ortsteile zu fordern, um falsche Planungen der Stadt auszugleichen. Die Kinder in Kitas in andere Stadtteilen zu bringen, koste Zeit und Geld. Außerdem gebe es an den Kitas in Kirchhellen-Mitte weder ausreichend Parkmöglichkeiten, noch gebe es kindgerechte Radwege oder Anschlüsse an den ÖPNV. Die täglichen Fahrten in benachbarte Stadtteile würden zudem nicht zu den Maßnahmen gegen den Klimanotstand sowie zum Projekt „Innovation City“ passen.

Ebenfalls fragwürdig sei, dass in der Kindergartenbedarfsplanung keine Neubaugebiete eingerechnet worden seien. So würden in den Prognosen für die kommenden zwei Jahre die Kinder aus den Baugebieten Grüner Weg, Schultenkamp (dritter Bauabschnitt) sowie Hohes Feld fehlen.

Als „haarsträubend“ bewertet die Bürgerinitiative Feldhausen zudem die Prognosen zum Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. „Dass eine 35-prozentige Versorgung an U3-Plätzen, insbesondere in Kirchhellen, nicht ausreichend ist, hat selbst die Stadt Bottrop gemerkt, reagiert in ihrer Planung aber in keiner Weise darauf“, heißt es in der Stellungnahme. Die Erfahrungen der Familien und die Planungen der Stadt Bottrop würden extrem weit auseinander klaffen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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