Monika Stratmann (v.l.), Barbara Peuler und Ute Riedel-Kolbe machen sich auch Sorgen um die Kiebitze, die auf dem favorisierten Feuerwachen-Grundstück zu Hause sind. © Petra Berkenbusch
Feuerwehr Kirchhellen

Bürgerinitiative will sich weiter gegen die neue Feuerwache wehren

Ob der geplante Standort für die neue Feuerwache dem Expertenurteil diverser Gutachter standhält, steht noch nicht fest. Die Nachbarn konnten bisher noch nicht überzeugt werden.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Feuerwache Kirchhellen lassen nicht locker. Sie wollen sich einfach nicht damit abfinden, dass der Standort Rentforter Straße/In der Koppel der einzige in ganz Kirchhellen sein soll, der sich für den Neubau einer Feuerwache eignet. Daran hat auch ein Gespräch nichts ändern können, das sie neulich im Rathaus mit dem Technischen Beiordneten Klaus Müller, Planungsamtsleiterin Christa Kleinheins und Feuerwehrchef Kim Heimann führen konnten.

Monika Stratmann: „Die Vertreter der Verwaltung sind überzeugt von diesem Standort, das haben sie erneut deutlich gemacht. Uns haben sie dennoch nicht überzeugen können.“ Zu viele Fragen seien unbeantwortet, zu viele Argumente nicht ausdiskutiert.

Zu weit: Vom Pinntal über die Münsterstraße nach Grafenwald

„Gerade konnte man lesen, dass im Gewerbegebiet am Pinntal noch einige Flächen frei sind. Warum kann dort nicht auf einem Gewerbegrundstück eine Feuerwache gebaut werden?“, fragt Johannes Peuler von der Bürgerinitiative. „Von dort aus wäre zum Beispiel der prekäre Einsatzort Movie Park gut zu erreichen.“

„Außerdem wäre die Feuerwehr ruckzuck auf der Münsterstraße, um nach Grafenwald zu kommen“, fügt Monika Stratmann hinzu. „Wir können uns einfach nicht vorstellen, dass es von hier aus über die relativ enge Forststraße schneller geht.“

Selbst wenn es möglich sei, durch einen weiteren Grundstückskauf die neue Feuerwache direkt an die Rentforter Straße statt an die Straße In der Koppel anzuschließen, seien schwierige Verkehrssituationen vorprogrammiert, sind die Mitglieder der Bürgerinitiative überzeugt. „Die Kinder aus den Neubaugebieten queren die Rentforter Straße auf dem Weg zur Schule in Richtung Dorfheide, die demnächst ja Fahrradstraße sein soll. Das spielt sich alles in direkter Nähe zur Feuerwehr-Ausfahrt ab.“

Dass es keine Bereitschaft gibt, einen Alternativ-Plan zum Standort Rentforter Straße wenigstens in Erwägung zu ziehen, ärgert die Anwohner. Ute Riedel-Kolbe: „Es wurde immer gesagt, es seien zehn Standorte geprüft worden. Die Flächen am Pinntal sind sehr früh aus dem Rennen gewesen, vielleicht würde es lohnen, da doch nochmal genauer hinzugucken.“

Verwaltung verspricht Optimierung der Planung

Diesen Auftrag hat der Rat der Stadt jedoch nicht erteilt. Im Gegenteil. In einer Verwaltungsvorlage für die Bezirksvertretung heißt es: „Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, für die am besten geeignete Fläche – Rentforter Straße/In der Koppel – die konkreten Planungen für einen Neubau aufzunehmen und alle damit zusammenhängenden notwendigen Arbeiten umgehend in die Wege zu leiten. Dazu gehörten insbesondere die Vorbereitung des Grundstückserwerbs und die Einleitung der erforderlichen Planverfahren. Die Beschlussvorlage macht deutlich, dass der Standort an der Rentforter Straße/In der Koppel unter Berücksichtigung aller Belange die beste Lösung darstellt. Dieser Einschätzung sind die politischen Gremien mehrheitlich gefolgt.“ Jetzt konzentriere sich die Verwaltung darauf, die Planung am ausgewählten Standort so zu optimieren, dass die Auswirkungen auf die Umgebung so weit wie möglich minimiert werden.

Beschluss fiel in nicht-öffentlicher Sitzung des Rates

Beschlossen übrigens am 18. Februar 2020 im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung. Nicht-öffentlich, weil es im Rahmen des Beschlusses auch um Grundstücksgeschäfte ging, die stets unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden.

Die Gutachten, von denen die Anwohner sich eine Stärkung ihrer Position erhoffen, sollen nach Auskunft der Verwaltung in der Bezirksvertretung erst in Auftrag gegeben werden, wenn die exakte Lage und Ausrichtung der Wache innerhalb des Plangebietes feststehe. Die wird sicher nicht unwesentlich davon abhängen, ob die Stadt sich mit dem Grundstückeigentümer über den Ankauf des Streifens an der Rentforter Straße einigen kann.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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