Die Stadt Bottrop gehört aktuell zu den Ruhrgebietsstädten mit der höchsten Corona-Wocheninzidenz. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Coronavirus

Corona an Schulen: Kirchhellen kommt bisher glimpflich davon

Die Stadt Bottrop gehört aktuell zu den Ruhrgebietsstädten mit der höchsten Corona-Wocheninzidenz. Insbesondere die Schulen sind betroffen. In Kirchhellen scheint man Glück zu haben.

Auch, wenn die Bottroper Inzidenz in den vergangenen Tagen von über 150 auf 129,5 gesunken ist, ist die Zahl im Vergleich zu anderen Städten im Umkreis erschreckend hoch. Viele Fälle lassen sich insbesondere auf die jungen Generationen zurückführen. Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren machten zu Beginn der Woche etwa 40 Prozent der Gesamtinfektionen aus. Laut Aussage der Pressestelle der Stadt Bottrop sind die einzelnen Fälle für das Gesundheitsamt nicht mehr nachvollziehbar.

Eine genaue Anzahl, wie viele Schülerinnen und Schüler positiv getestet worden sind, kann aktuell nicht gemacht werden. Am Montag waren aber bereits 64 Klassen an 18 Schulen betroffen. Wenn man bedenkt, dass die Schule vor gerade mal drei Wochen erst wieder begonnen hat, ist die Entwicklung besorgniserregend. Insbesondere die junge Generation gilt es zu schützen, da weiterhin kein Impfstoff für unter Zwölfjährige vorhanden ist.

Kirchhellener Schulen sind optimistisch

Auf Nachfrage der Redaktion hat sich ergeben, dass es zumindest am Vestischen Gymnasium, der Grundschule Grafenwald, der Marien- und Gregorschule sowie der Sekundarschule in Kirchhellen keinen einzigen Corona-Fall gegeben habe. Gregor Fontein, Schulleiter der Marien- und Gregorschule, beschreibt, dass er jeden Morgen mit einem unwohlen Gefühl die Testergebnisse der Lolli-Tests aufruft: „Die Sorge, einer könnte positiv ausfallen, ist nach wie vor sehr groß.“ Insgesamt ist die Stimmung bei den Schulleiterinnen und Schulleitern in Kirchhellen positiv. Sie alle sind dankbar für die hervorragende Zusammenarbeit von Schulpersonal, Schülern und auch Eltern.

Luftfilteranlagen weiterhin nicht in Sicht

Auch die groß angekündigte Installation von Luftfilteranlagen sorgt nach wie vor für Aufregung. Viele Schulen fürchten die kalte Jahreszeit und sehen die Regelung, alle 20 Minuten zu lüften, höchstens als einmalige Übergangslösung an. „Im vergangenen Winter kamen die Kinder mit dicken Jacken und Decken in die Schulen. Wir hatten teilweise Raumtemperaturen von gerade einmal zwölf bis 18 Grad“, beklagt Gregor Fontein. Aktuell ist die Hauptvoraussetzung für die Finanzierung von Luftfilteranlagen, dass es den Schulen nicht möglich sein darf, quer zu lüften.

Wie auch der Rektor der Sekundarschule Stefan Völlmert schon ausführte, gibt es kaum Schulen, die so gebaut sind, dass ein konformes Lüften nicht möglich ist. „In den meisten Schulen gibt es einen Gang, an dem sich links und rechts Klassenzimmer befinden. Wenn in den gegenüberliegenden Räumen die Fenster und Türen geöffnet werden können, ist es möglich durchzulüften“, bestätigt Fontein. Die Hoffnung, es würde diesen Winter anders werden, sinkt also weiter. Noch bis Ende September werden die einzelnen Schulen geprüft. Am 7. Oktober wird im Schulausschuss darüber entschieden, in welcher Form Luftfilteranlagen installiert werden.

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