Coronakrise: Landwirte sind weiter auf der Suche nach Erntehelfern

mlzErntehelfer

Erntehelfer sind Mangelware. Erst durften die Arbeiter aus den umliegenden Ländern nicht kommen - dann plötzlich doch. Trotzdem suchen Landwirte fleißig weiter.

Kirchhellen

, 10.04.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie kommen aus Rumänien, Polen, Italien und der Ukraine - normalerweise. Denn in diesem Jahr ist alles anders. Wegen des Coronavirus galt erst ein Einreisestopp für Erntehelfer. Daraufhin haben sich die Landwirte um Alternativen bemüht, um ihre Ernten einzufahren. Und dann kam plötzlich die Nachricht aus dem Innenministerium, dass die Erntehelfer doch kommen dürfen, im April und Mai jeweils 40.000 - unter strengen Auflagen.

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Jörg Umberg ist Spargel- und Obstbauer in Kirchhellen und hatte noch Glück. „Für die aktuelle Spargelernte sind wir gut genug aufgestellt. Eng könnte es ab Ende April werden, wenn die Erdbeerernte beginnt“, sagt er.

Landwirt arbeitet noch an der Umsetzung der Maßgaben

Daher sucht er auch weiterhin auf seiner Homepage und über Facebook nach „Beerenpflückern“ wie er selbst seine Erntehelfer nennt. Und das hat bisher ganz gut geklappt: „Wir haben schon etliche Bewerbungen bekommen“, so der Landwirt.

An und für sich sei die Meldung, dass die Erntehelfer doch einreisen dürfen, wenn auch unter Auflagen, eine positive Nachricht. Es helfe die Ernten einzufahren. Allerdings stünden hinter der Aussage auch noch einige Fragezeichen und an der Umsetzung der Maßgaben müsse man jetzt arbeiten und sich organisieren. Außerdem sieht der Spargel- und Obstbauer insgesamt drei Risiken.

10.000 Helfer aus dem Inland

Neben der Tatsache, dass die Ernte reingeholt werden müsse, stehe man noch vor der Frage ob und wie diese verkauft wird. Und dann erst könne man sich mit dem Problem beschäftigen, ob die Ernte auch die Kosten decke, die bis dahin entstanden sein werden.

Neben der Erlaubnis der Bundesregierung, dass die Erntehelfer doch kommen dürfen, wird begleitend angestrebt, für April und Mai jeweils rund 10.000 Personen aus dem großen Potential der verschiedenen Personengruppen im Inland (Arbeitslose, Studierende, Asylbewerber, Kurzarbeiter) zu gewinnen.

Durchmischung heimischer und ausländischer Helfer wird vermieden

Bisher habe Jörg Umberg schon vier heimische Mitarbeiter aus dem Gastro-Gewerbe. Auf dem Feld unterbindet Jörg Umberg die Durchmischung von Schülern und Studenten mit den Helfern aus dem Ausland. Wer Lust und Zeit hat, auf den Feldern des Landwirts mitzuarbeiten, der kann sich im Bewerbungsportal bewerben. „Das ist schon ein organisatorischer Aufwand. Da viele nur am Wochenende oder wenige Stunden am Stück arbeiten können, kann es sein, dass einige Bewerbungen rausfallen“, so Jörg Umberg.

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Für die Ostereinkäufe hat sich Jörg Umberg etwas einfallen lassen. Wie er auf der Facebook-Seite des Hofes schreibt, wird es zusätzliche Verkaufsstellen draußen geben, auch die Schälmaschine wird draußen stehen. Außerdem soll es genügend Parkplätze geben und in den Hofladen wird für genügend Platz immer nur eine gewisse Anzahl an Kunden gelassen.

Mindest-Beschäftigung von acht Wochen

Auch auf dem Schmücker Hof in Kirchhellen werden derzeit fleißig Helfer gesucht. Allerdings hat den Hof bereits eine Vielzahl von Bewerbungen erreicht, sodass die Familie Schmücker jetzt nur noch Bewerbungen entgegen nehmen möchte, die eine Mindest-Anstellung von acht Wochen beinhaltet. Auf der Homepage von Hof Schmücker bedankt sich die Familie für die große Solidarität und die großzügigen Hilfsangebote.

Jörg Umberg

© Ralf Pieper (A)

Der Hofladen der Familie Schmücker ist zwar weiterhin geöffnet, allerdings gibt es jetzt auch einen Lieferservice und der liefert im Umkreis von 20 Kilometern kostenlos. Alle Lieferungen, die weiter als 20 Kilometer geliefert werden müssen, kosten 4,50 Euro. Bestellen können Sie per Formular, das gibt‘s auf der Homepage.

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