Coronavirus: Kirchhellener Wehr weiter im Einsatz - Schutz schwierig

mlzFreiwillige Feuerwehr

Abstandsregeln im Einsatzfahrzeug einzuhalten ist unmöglich. Trotzdem steht bei einer Alarmierung der Kirchhellener Wehr der Einsatz im Vordergrund. Ein Gespräch mit Simon Glogowski.

Kirchhellen

, 10.04.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während viele im Homeoffice arbeiten und das Haus nur für einen Spaziergang oder zum Einkaufen verlassen, müssen die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhellen weiterhin zu Einsätzen raus fahren. Ein Gespräch mit Simon Glogowski, Sprecher der Ortswehr.

Wie erlebt die Kirchhellener Wehr die aktuelle Situation?

Wir empfinden die derzeitige Situation, wie vermutlich ein Großteil unserer Mitmenschen, als in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Der Alltag hat sich innerhalb kürzester Zeit rigoros verändert. Das gilt für das berufliche und private Umfeld wie auch für unser Ehrenamt. Eine Freiwillige Feuerwehr ist auch immer eine Gemeinschaft. Der Wegfall unserer gemeinschaftlichen Treffen und Aktivitäten ist schon ein Einschnitt.

Wie verändert Corona die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr?

Die Einsatzbereitschaft ist weiterhin komplett gegeben und auch die Alarmierung zu Einsätzen erfolgt weiterhin regulär. Mit Beginn der Pandemie-Maßnahmen Mitte März wurde auf Veranlassung des Krisenstabs der Stadt Bottrop der sonstige Dienstbetrieb massiv eingeschränkt. Alle Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr wurden bis auf Weiteres ausgesetzt. Darunter fallen die wöchentlichen Dienstabende, Lehrgänge, Jahreshauptversammlungen und sonstige Zusammenkünfte. Für uns folgte daraus auch die logische Konsequenz, den diesjährigen Tanz in den Mai abzusagen. Mit diesen Maßnahmen soll verhindert werden, dass ganze Einheiten gegebenenfalls in Quarantäne gehen müssen.

Feuerwache Kirchhellen

Die Freiwillige Feuerwehr in Kirchhellen ist trotz Corona immer einsatzbereit. © Manuela Hollstegge (A)

Gibt es spezielle Maßnahmen zum Infektionsschutz, die getroffen werden müssen?

Die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen gilt natürlich auch für uns. Im Einsatzfall ist das nicht immer einfach, zum Beispiel während der Fahrt im Einsatzfahrzeug. Wir versuchen hier, wo immer die Situation es zulässt, mit der nötigen Umsicht vorzugehen. Darüber hinaus sind Kollegen, die sich kürzlich in einem der definierten Risikogebiete aufgehalten haben oder kleinste Anzeichen einer Infektion haben, vorsorglich für 14 Tage vom Einsatzdienst ausgeschlossen.

Haben Sie Schutzkleidung für den Einsatz?

Aktuell haben wir hier keine über die normale Einsatzschutzkleidung hinausgehende Schutzkleidung. Da wir als Freiwillige Feuerwehr nicht im Regelrettungsdienst eingesetzt werden, sind hier momentan auch keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen nötig. Zudem vermeiden wir nicht notwendige Kontakte zu betroffenen Personen im Einsatz und überlassen diese dem Rettungsdienst, der zusätzlich geschützt ist.

Was ist es für ein Gefühl für die Feuerwehrleute, aktuell in einen Einsatz zu gehen? Haben Sie Sorge sich anzustecken?

Sorge würde ich es nicht nennen, ein gewisser Respekt schwingt sicherlich hier und da mit. Während der Zusammenarbeit im Einsatz wird daher gegenseitig auf die nötige Vorsicht geachtet. Ansonsten steht im Einsatzfall die eigentliche Arbeit im Vordergrund. In der Kirchhellener Mannschaft ist es bisher glücklicherweise zu keinem Krankheits- oder Verdachtsfall gekommen.

Wie erleben Sie die Stimmung im Ort?

Natürlich ist die Stimmung geprägt vom eingeschränkten Alltag und zahlreichen Veranstaltungsabsagen. Auf der anderen Seite beweist Kirchhellen mal wieder, dass die Dorfgemeinschaft funktioniert. Initiativen wie „Kirchhellen hilft“, die viele Hilfsangebote im Ort bündelt und Anlaufstelle für Helfer und Hilfesuchende ist, stehen für eine große Solidarität auch in Zeiten von notwendiger Isolation.

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