Coronavirus: Firma stattet Corona-Behandlungszentren aus

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Die Firma „Jasper + Driwa“ stattet die neuen Corona-Behandlungszentren mit Computertechnik aus. Im Gespräch verraten Markus Jasper und Christoph Driwa, wie der Auftrag zustande gekommen ist.

Kirchhellen

, 03.04.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die beiden Geschäftsführer erzählen außerdem, was die große Herausforderung bei dem Auftrag war.

Was macht die Firma „Jasper + Driwa“ im Allgemeinen?

Markus Jasper: Wir sind ein Systemhaus und betreuen seit fast 31 Jahren über 900 Arztpraxen mit dem Arztinformationssystem MEDISTAR. Dazu gehören zum Beispiel eine eigene Servicehotline, eine Technikabteilung, die unsere Anlagen installiert und wartet, und ein Vertrieb.

Wie helfen Sie im Kampf gegen Corona?

Christoph Driwa: Seit etwa neun Jahren betreuen wir sämtliche Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit EDV. Dadurch haben wir viel Erfahrung gesammelt, über die Dinge, die in solchen Notfallpraxen gefordert sind. Nun stand die KVWL vor der Aufgabe, die Behandlungszentren für Corona-Patienten aufzubauen und mit EDV auszustatten. Gemeinsam haben wir ein Konzept entwickelt, was alles benötigt wird.

Wie sehen die Arbeitsplätze aus, die Sie dort aufgebaut haben?

Markus Jasper: Im Grunde wie normale Arztpraxen. Wir haben die Zentren mit sogenannten Vierplatzanlagen ausgestattet, sprich zwei Empfangsplätze und zwei Behandlungszimmer. Wir arbeiten mit der Software MEDISTAR. Das ist ein Praxisverwaltungssystem. Diese wurde auf den Computern installiert, damit die Menschen normal arbeiten können. Sie können dort zum Beispiel Chipkarten einlesen oder die Dokumentation eintragen.

Was war dabei die Herausforderung?

Christoph Driwa: Es ist so, dass diese Behandlungszentren teilweisen in Turnhallen, Schulen oder Containern untergebracht wurden. Dort war oft keine Infrastruktur vorhanden, sprich Stromanschlüsse, wo man diese benötigt, geschweige denn eine Internetverbindung.

Markus Jasper: Natürlich war das auch eine zeitliche Herausforderung. Unser Team hat viel am Wochenende gearbeitet.

Sie mussten innerhalb von kürzester Zeit 30 Behandlungszentren einrichten. Wie konnten Sie der großen Nachfrage an Hardware gerecht werden?

Christoph Driwa: Es war schwierig, denn momentan ist die Marktverfügbarkeit nicht gegeben. Rechner und Prozessoren sind durch Corona knapp. Wir hatten Glück, dass die Firma TAROX aus Lünen uns 120 Rechner für dieses Projekt zur Verfügung stellen konnte. Diese haben wir dann persönlich abgeholt.

Wie geht es nun weiter?

Christoph Driwa: Wir beobachten, dass bei den Behandlungszentren in Deutschland relativ unstrukturiert vorgegangen wird. Wir haben nun ein etabliertes System, welches hier gut funktioniert. Vielleicht kann man das deutschlandweit transportieren. Ich denke, es ist einfacher, ein System zu übernehmen, das funktioniert, als was eigenes zu entwickeln.

Markus Jasper: Wir sind auf jedem Fall vorbereitet, weitere Systeme auszuliefern. Wahrscheinlich wird die KVWL noch mehr Behandlungszentren einrichten, aber erst mal stehen jetzt die 30 und dann schauen wir weiter.

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