Der TSV Feldhausen kämpft seit Jahren ums Überleben

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Sportlich läuft es derzeit nicht beim TSV Feldhausen. In der Kreisliga B1 steht der TSV auf dem letzten Tabellenplatz. Grund dafür sind nicht zuletzt die Zustände der Trainingsanlage.

Feldhausen

, 20.03.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon wieder kein Training beim TSV Feldhausen. Andreas Rettschlag schüttelt genervt den Kopf: „Das kann einfach nicht sein.“ Es ist nicht das erste Mal, dass der Sportliche Leiter des TSV das Training absagen muss. Bei schlechtem Wetter wird das Bespielen des Ascheplatzes an der Marienstraße unmöglich. Der Verein kämpft ums Überleben.

Am Trainingsplatz des TSV sieht es besonders zu dieser Jahreszeit nach allem anderen als Fußball aus. Die Wetterverhältnisse verhindern regelmäßig den Trainingsbetrieb, der Platz steht unter Wasser. Im Winter haben die Teams kaum trainiert, nur ein Testspiel gegen die vierte Mannschaft des VfB Kirchhellen konnten sie zustande bringen. Und auch in der Liga musste bereits das ein oder andere Heimspiel der Feldhausener verschoben werden.

181 Mitglieder hoffen noch

Für die Feldhausener ist die Situation keine Neuheit. „Wir haben schon seit Jahren Probleme, uns überhaupt über Wasser zu halten“, erklärt der Vorsitzende Chris Kringel. Er hat den Verein übernommen, als dieser fast am Boden lag. 181 Mitglieder führt der TSV derzeit. „Das sind diejenigen, die noch hoffen“, sagt Andreas Rettschlag.

Dass viele Feldhausener Kinder lieber zum VfB Kirchhellen gehen, können die Verantwortlichen des TSV gut nachvollziehen, so Rettschlag: „Wie willst du das jemandem begreiflich machen, dass er bei uns spielen soll, wenn er auch beim VfB unter viel besseren Verhältnissen spielen kann? Die machen da unbestritten hervorragende Arbeit, aber für uns ist das schade.“ Er fühle sich manchmal wie in dem kleinen gallischen Dorf aus Asterix und Obelix neben den großen Vereinen aus Kirchhellen und Grafenwald.

Auswirkungen auf die sportliche Situation

Auch auf die tabellarische Situation wirken sich die Verhältnisse aus, wie Andreas Rettschlag erklärt: „Wir sind nicht umsonst Letzter mit 100 Gegentoren. Ich will nicht alles darauf schieben, aber das spielt da mit Sicherheit auch mit rein, wenn man kaum auf dem Platz trainieren kann.“

Er weiche mit seinen Spielern zwar immer wieder auf die Soccerhalle aus, aber das sei etwas ganz anderes, erklärt er: „Da ist das Spielen und auch die Kommunikation nicht vergleichbar.“ Auch die Option, als Gast in Kirchhellen zu trainieren, fällt weg: „Die Platzanlagen sind dort ja ohnehin schon überfüllt.“

Von der Stadt erwarten die Verantwortlichen keine Unterstützung. Man habe sich schon so oft für einen Kunstrasenplatz ausgesprochen, berichtet Andreas Rettschlag: „Von der Seite kommt nichts. Wir wissen ja auch, dass nicht viel Geld da ist, aber dennoch.“ Chris Kringel fügt an: „Es fühlt sich an, als wolle man den Verein langsam ausbluten lassen.“

Doch das wollen Verantwortliche und Mitglieder nicht zulassen. Weil von außen keine Hilfe kam, strichen Spieler und Trainer vor einigen Wochen selbst die Trainerhäuschen am Spielfeldrand. Mit gemeinsamen Kräften werde das getan, was ohne Unterstützung machbar ist, so Rettschlag: „Dieser familiäre Sinn macht den TSV einfach aus.“

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