Die Siebekers aus Kirchhellen exportieren ihre Schuhe in die ganze Welt

mlzFirma Scs finesse

„Scs finesse“ heißt die Firma des Kirchhellener Ehepaars Claudia und Stefan Siebeker. Aus dem Dorf exportieren sie ihre Schuhe in die ganze Welt. Ein Frotteeschuh ist von Beginn an dabei.

Kirchhellen

, 16.02.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Haus von Claudia und Stefan Siebeker in der Straße „Im Pinntal" wirkt von außen ziemlich unscheinbar. Kaum jemand würde wohl vermuten, dass hinter diesen Türen Schuhe für die ganze Welt erdacht werden und nach Kanada, Russland oder in den Libanon exportiert werden. In rund 1200 Geschäften auf der ganzen Welt gibt es die Schuh aus Kirchhellen zu kaufen.

Die Siebekers stellen die Schuhe zwar nicht selbst her, aber sie haben die Entscheidungsgewalt. Welches Design am Ende im Laden steht, welcher Hersteller die Vorgaben der Siebekers umsetzt und wo die Sommerschuhe verkauft werden - all das liegt in den Händen von Claudia und Stefan Siebeker.

Mit einem Frotteeschuh fing alles an

Das Ehepaar führt das Unternehmen in zweiter Generation. Begonnen hat der Vater von Stefan Siebeker mit der Produktion von einem Frotteeschuh, wie er in Hotels manchmal ausgegeben wird. Heute gibt es pro Saison rund 100 verschiedene neue Schuhmodelle in allen Farben und Größen. Von kuscheligen Hausschuhen und Socken reicht ihr Sortiment über Badeschlappen hin zu Sandalen und Halbschuhen. Auch Bade- und Handtaschen werden mittlerweile von den Siebekers designt und verkauft. „Einen ähnlichen Frotteeschuh wie damals haben wir auch heute noch im Sortiment", erzählt Stefan Siebeker.

Auch wenn das Modell ein permanentes Mitglied im Bestand der Siebekers ist: Schon jetzt beschäftigt sich das Paar mit neuen Ideen für den Sommer. Aber nicht etwa für den in ein paar Monaten. „Wir planen unsere Designs immer anderthalb Jahre im Voraus, reden also schon jetzt über den Sommerschuh 2020", berichtet Stefan Siebeker.

Jetzt ein Model auszuwählen, was 2020 in Mode ist - das ist manchmal gar nicht so einfach. „Wir besuchen Messen oder gucken in anderen Ländern, welche Trends sich abzeichnen", erklärt Claudia Siebeker. Nach den internationalen Vorbildern entwirft das Ehepaar seine eigenen Modelle zuerst auf dem Papier.

Modelle werden in China und Taiwan produziert

Wenn die ersten Entwürfe fertig sind, werden diese in Richtung China und Taiwan geschickt. Dort wird aus einem Blatt Papier ein fertiges Modell. Das kann aber auch schon mal in die Hose gehen. Nicht jeder Schuh, der die Siebekers erreicht, gefällt ihnen: „Die Produzenten sagen normalerweise nicht nein. Manchmal stellt sich am Ende heraus, dass es das Material, das wir wollen, so gar nicht gibt. Dann landet das Modell in der Tonne und muss noch mal produziert werden." So geht es teilweise einige Male hin und her, bis die Siebekers am Ende ein fertiges Modell in den Händen halten.

Um die Beziehung zu ihren Lieferanten und Produzenten zu pflegen, fliegen die Kirchhellener auch ein- bis zweimal im Jahr nach Fernost: „Wir wollen die Verbindungen pflegen und uns vor Ort von der Arbeit überzeugen."

Die Länder unterscheiden sich nach den Größen

Die Modelle, die die Siebekers von ihren Produzenten ordern, werden aus Kirchhellen in die ganze Welt verschickt. In den Lagerräumen in der Straße „Im Pinntal" stapeln sich die Kisten. In jedem Karton stapelt sich eine Auswahl an Schuhen in mehreren Größen und Farben. Und auch, wenn es die Siebekers möglichst einfach halten wollen: Nicht jeder Karton ist für die Lieferung gleich gepackt. „Je nach Land unterscheiden wir, besonders bei den Größen. Die Spanier haben zum Beispiel eher kleinere Größen, da wäre es Quatsch, viele große Schuhe hinzuschicken", erklärt Stefan Siebeker.

Auch mit einigen großen Kunden wie dem zur Otto-Gruppe gehörenden Witt Weiden oder Peter Hahn arbeiten die Siebekers zusammen. Sie sind immer wieder offen für neue Kooperationen. Nur die Privatpersonen gehen, zumindest was den direkten Verkauf angeht, leer aus. „Wir beliefern nur den Facheinzelhandel. Ein direkter Verkauf an Privatpersonen wäre leider zu aufwendig", erklärt Stefan Siebeker.

Doch die Kirchhellener haben dennoch die Chance auf neue Sommerschuhe. In dem Dessousgeschäft „Barbaras Wäscheträume" mitten im Ortskern sind einige Modelle der Siebekers zu erwerben.

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