Die Stadtverwaltung Bottrop plant neue Wohnviertel in Grafenwald

Wohnbauflächen Grafenwald

Grafenwald könnte in Zukunft neu gegliedert werden. Zu diesem Schluss kommt die Stadtverwaltung. Sie hat sich auf die Suche gemacht nach neuen Wohnbauflächen.

Grafenwald

, 02.03.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grafenwald braucht mehr Wohnflächen - da sind sich alle Politiker einig. Auch die Stadtverwaltung hat die wachsende Nachfrage nach Wohnraum erkannt. Fachleute haben nun mögliche Wohnflächen in Grafenwald untersucht und bewertet.

Ursprünglich war im Regionalplan das Gebiet zwischen Vossundern und Friedensstraße für den Bau von 200 neuen Wohnungen vorgesehen. Da es dort aber zu größeren Hindernissen gekommen war, hatten die Ratsparteien der Stadt die Bebauuung gestoppt. Nun soll ein Ersatz gefunden werden, denn die Nachfrage wächst. Das macht die Verwaltung vor allem daran fest, dass immer mehr kleinere Gebäude durch Mehrfamilienhäuser ersetzt werden.

Zehn Flächen wurden untersucht

Zehn Flächen im ganzen Ortsteil hat die Verwaltung nun im Hinblick auf die mögliche Bebauung untersucht. Nach verschiedenen Kriterien wie der Entfernung zu Infrastruktureinrichtungen oder der Verkehrsanbindung wurden sie für jedes Kriterium mit null, einem oder zwei Punkten bewertet. Auch die Einwirkungen durch den Bergbau spielten eine Rolle, allerdings waren da keine Unterschiede zwischen den Flächen feststellbar.

Besonders positiv wurde die Fläche westlich vom Heimersfeld bewertet, die bei keinem Kriterium komplett durchfiel. Auch zwischen Grafenwald und dem Bereich an der Glaserhüttenheide sowie westlich vom Heimersfeld hält die Verwaltung eine Bebauung für sinnvoll.

Die Flächen entlang des Schleitkamps werden in den Überlegungen wohl keine große Rolle spielen. Die Verwaltung hatte diese im Zuge ihrer Bewertung für ungeeignet erklärt. Insbesondere die weite Entfernung zum eigentlichen Ortsteil sorgt für die negative Einschätzung. Auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr wurde als besonders negativ eingeschätzt.

Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen

Welche Flächen am Ende genutzt werden, muss noch entschieden werden, erklärt Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder: „Dass Wohnraum in Grafenwald entstehen soll, ist eine wichtige Entwicklung, da sind wir uns alle einig. Jetzt liegt es daran, die richtige Fläche zu finden." Man sei nun auf einem guten Weg und müsse das Ganze nun kritisch betrachten. Besonders ein Verkehrskonzept für die Anbindung an den Ortskern sei für die Bewertung wichtig. Der ganze Prozess werde nun aber noch dauern.

Ähnlich sieht das auch SPD-Bezirksvertreter Willi Stratmann: „Die genaue Meinungsbildung zu einzelnen Flächen ist bei uns noch nicht abgeschlossen. Aber wir wollen, dass etwas passiert."

Auch Hermann Wand meldet sich zu Wort

Und auch der langjährige Grafenwälder Ratsherr Hermann Wand (CDU) hält die neue Bebauung im Ortsteil für wichtig: „Die Einwohnerzahl ist derzeit unter dem Stand von 1985. Die Überalterung der derzeitigen Situation erfordert dringend die Realisierung der Bebauung."

Und auch beim Verkehrskonzept geht er in eine ähnliche Richtung wie der Bezirksbürgermeister: „Auch die Verkehrsinfrastruktur von Grafenwald muss dringend verbessert werden. Damit wäre auch eine Stärkung der Mitte von Grafenwald sichergestellt."

Lesen Sie jetzt