Einbrecher brauchen gar nicht viel Zeit bei ihrer Tat

Kampagne der Polizei

"Riegel vor! Sicher ist sicherer" lautet das Motto der Polizei-Kampagne in dieser Woche. Am Donnerstag (21.11.) machten die Beamten auf dem Johann-Breuker-Platz Station.

Kirchhellen

von Von Berthold Fehmer

, 21.11.2013, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein kurzer Ruck mit dem Schraubenzieher, und Kriminakommissar Detlef Reichardt hat das Fenster aufgehebelt.

Ein kurzer Ruck mit dem Schraubenzieher, und Kriminakommissar Detlef Reichardt hat das Fenster aufgehebelt.

Wäre Reichardt ein Einbrecher und das Fenster Teil einer Wohnung, könnte er jetzt nach etwas mehr als 30 Sekunden einsteigen. Doch Reichardt ist kein Einbrecher, sondern Kriminalhauptkommissar aus dem Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz in Recklinghausen. Und das Fenster ist Teil eines Versuchsaufbaus am Donnerstagmorgen auf dem Kirchhellener Johann-Breuker-Platz. Viele Marktbesucher bleiben am Stand der Polizei stehen, zeigen sich interessiert dafür, wie sie ihre Wohnung besser schützen können. Und das hat seinen Grund. Denn die Einbruchzahlen sind in den vergangenen Jahren auch in Kirchhellen gestiegen. Dabei steht für Reichardt fest: „Einbrüche sind das am besten präventable Delikt.“ „Ich habe mir Kirchhellen bewusst ausgesucht“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Zum einen wegen der Einbruchszahlen, zum anderen, weil in Kirchhellen derzeit viel neu gebaut werde.

Gerade beim Hausneubau lohne es sich, in Sicherheit zu investieren, sagt Reichardt. Die Nachrüstung eines Fensters mit sogenannten „Pilzköpfen“ koste mehr, als wenn man direkt ein einbruchsicheres Fenster mit einbruchssicherem Verbundglas kaufe, nämlich pro Fensterflügel rund 250 Euro. Reichardt: „Wir empfehlen die Sicherheitsklasse ,RC2‘, das bedeutet, dass man mit einem Schraubenzieher das Fenster nicht mehr knacken kann.“ Bei „RC3“ hilft dem Einbrecher nicht mal mehr eine Brechstange. 70 Prozent der Einbrecher kommen übrigens durchs Fenster und nicht durch die Tür. 250 Euro pro Fensterflügel? Bietet nicht vielleicht ein Hund ähnlichen Schutz? Reichardt: „Ein Hund, Licht, Rollladen, aufmerksame Nachbarn – das ist alles gut, aber nur eine Ergänzung.“ Er möchte mit seinen Kollegen auch die Bürger dazu ermuntern, verdächtige Beobachtungen nicht einfach hinzunehmen, sondern direkt unter 110 zu melden. „Wir kontrollieren das dann, was ja nicht heißt, dass wir jeden sofort verhaften, der vielleicht nur nach einer Hausnummer sucht.“ Gerade um Einbruchsdelikte aufzuklären, seien die Beobachtungen und Meldungen der Bürger zentrales Mittel zur Aufklärung. „Ohne Hinweise ist das sonst fast nicht zu schaffen.“

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