Erich Kästners unentdeckte Seiten

Lesung im Schloss Beck

KIRCHHELLEN Um Erich Kästner in seiner Ganzheit kennen zu lernen, hatte die Historische Gesellschaft Bottrop und der Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen am Dienstagabend auf Schloss Beck eingeladen.

von Von Hakan Keser

, 04.11.2009, 18:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Elsbeth Miller Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen Erich Kästner in Schloss Beck.

Elsbeth Miller Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen Erich Kästner in Schloss Beck.

Eingerahmt wurde die Dichterlesung mit dem Mandolinenspiel von Anke Schmidt und Erich Schüttauf (beiden Mitglieder des Zupforchester Kirchhellen) sowie dem Pianisten Heinz Witte aus Moers, der am Klavier Debussy oder Dvorak zum Besten gab. „Sachliche Romanze“, „Er weiß nicht, ob er sie liebt“ hießen die Gedichte, die das Bild von Kästner ergänzten und verdeutlichten, dass der Schriftsteller auch Erwachsenen-Themen behandelte.

Gelesen wurde auch aus „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“, eine der brillantesten Satiren über die Weimarer Republik, in die auch unvermeidbar die persönlichen Erfahrungen von Kästner einflossen, der als Soldat am Ersten Weltkrieg teilnahm. Der Abend zeigte einen Querschnitt über das Schaffen und die unentdeckten Seiten von Kästner. Deutlich wurde, dass Kästner, der die Verbrennung seiner Bücher nicht nur 1933 durch die Nazis, sondern auch 1965 durch die Jugendgruppe des „Bundes Entschiedener Christen“ erlebte, ein vielschichtigerer Literat ist, als seine bekanntesten Werke suggerieren.

Lesen Sie jetzt