Esther Teuwen gibt nach 24 Jahren den Flötenchor ab

In den Ruhestand verabschiedet

Nur Dienst nach Vorschrift zu tun, das hätte Esther Teuwen nie gereicht. "Ich fand immer, dass ein Musiklehrer auch was nach außen tun muss - für die Schule und für das Umfeld", sagt sie. Mit ihrem Flötenchor hat sie das in Grafenwald 24 Jahre lang getan. Nun geht die engagierte 65-Jährige in den Ruhestand und gibt damit auch die Leitung des Flötenchores ab.

GRAFENWALD

, 28.07.2015, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Esther Teuwen hat zwar den Flötenchor abgegeben. Ihre Liebe zur Musik wird sie aber für immer behalten.

Esther Teuwen hat zwar den Flötenchor abgegeben. Ihre Liebe zur Musik wird sie aber für immer behalten.

Jährlich gestaltete Esther Teuwen mit ihrem Flötenchor, der in Spitzenzeiten um die Jahrtausendwende mehr als 100 Mitspieler fasste, die Erstkommunionsmesse, ökumenische Schulgottesdienste, Adventskonzerte und -feiern. Drei CDs mit Händel, Himmer und Haydn nahmen die Musiker gemeinsam auf. Viel wichtiger aber: Etwa 500 Kinder konnten in ihren Flötenkursen die Liebe zur Musik entdecken. „Das Wort ‚Spaß‘ vermeide ich lieber. Es steckt Anstrengung hinter einem guten Spiel. Erst nach dem Proben macht es Freude.“

Spielfreude transportiert

Dann aber richtig. Das erlebte Esther Teuwen immer wieder bei den Konzertabenden. „Es ist das schönste Gefühl, wenn man während eines Auftritts merkt, dass sich die Vorbereitungsarbeit auszahlt. Dann transportieren die Schüler so eine Spielfreude zu mir rüber, dass ich kein Lampenfieber mehr habe.“

1991, als sie als Lehrerin an die Grundschule Grafenwald kam, stellte Esther Teuwen die Schüler vor die Wahl: Schulchor oder Flötengruppe? „Auf Anhieb wollten 20 Schüler beim Flötenchor mitmachen“, erinnert sie sich. Zunächst konnten nur Dritt- und Viertklässler mitspielen. Später erweiterte sie das Angebot für die zweite Klasse. Und auch nach oben gab es bald keine Altersgrenze mehr. Denn auch die älteren Schüler, die nach der vierten Klasse richtig gut waren und Spaß an der Musik hatten, sollten weiter mitspielen dürfen.

Viele entwickelten sich weiter, spielten bald Blasinstrumente wie Querflöte und Klarinette. So wurde aus dem Chor ein Orchester, das Esther Teuwen selbst mit der Orgel begleitete. Spieler von sieben bis 70 Jahren lebten bei den Konzerten zusammen ihre Freude an der Musik. „Wie alt man ist, ist ja letztlich egal. Das ist eine Eigenschaft der Musik“, sagt Esther Teuwen.

Geige im Schrank

Die gebürtige Ennepetalerin war selbst früh von der Musik begeistert. Ihre Eltern erzogen sie nicht ausdrücklich hin zur Musik, aber sie gehörte wie selbstverständlich zum Alltag dazu. Ihr Vater spielte Bratsche, ihre Mutter Laute und sie selbst bald Geige. „Wir hatten einfach eine im Schrank.“

Als sie der Geige über wurde, entdeckte sie, dass ihr Klavier ungleich mehr Freude machte. Ein guter Musiklehrer tat dann sein Übriges und Esther Teuwen nahm das Musikstudium auf.

Der Musik verbunden

Auch von ihren ehemaligen Flötenkindern studieren einige Musik oder sind schon ausgebildete Schulmusiker. Auch Sohn und Tochter folgen der Mutter beruflich nach. Ohne dass diese es forciert hat. Die Grafenwälderin selbst wird der Musik auch weiterhin verbunden bleiben, im Chor singen und zu Hause am Klavier musizieren. Die Zukunft des Flötenchores ist indes ungewiss. 

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