Bernd Kamphuis von der gleichnamigen Kirchhellener Fahrschule erklärt die Herausforderungen, denen sich Fahrschulen und deren Schüler aktuell stellen müssen. © Valerie Misz
Fahrschule

Fahrschulen haben mit großen Problemen zu kämpfen

Die Fahrschule Bernd Kamphuis in Kirchhellen ist nur eine von vielen Fahrschulen, die noch mit den Nachwirkungen der Lockdowns zu kämpfen hat. Probleme gab es aber auch schon vorher.

Auch an den Fahrschulen ist die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbeigegangen. Existenzängste haben Inhaber wie Bernd Kamphuis von der gleichnamigen Kirchhellener Fahrschule und seine Frau zwar nicht, aber mit solch langwierigen Auswirkungen haben sie zu Beginn der Pandemie nicht gerechnet.

„Zunächst konnten wir den Unterricht nicht durchführen. Als wir es wieder durften, haben wir uns gefreut. Jetzt stehen wir aber vor der Herausforderung, dass wir die Ausbildung der Fahrschüler nicht zum Abschluss bringen können. Es gibt kaum praktische Prüfungstermine“, erklärt Kira Kamphuis.

Dem TÜV Nord ist dieses Problem bewusst und er versucht Maßnahmen zu ergreifen, um dieser „Welle“ an Fahrschülern zu ihrem Führerschein zu verhelfen. Besonders die Personalknappheit macht dem TÜV zu schaffen, denn auch der Ausbildungsbetrieb konnte seit Beginn der Pandemie nur eingeschränkt durchgeführt werden. Sie gehen sogar soweit, dass eigentlich verrentete Fahrerlaubnisprüfer weiterbeschäftigt und Urlaube verschoben werden.

Kapazitäten beim TÜV reichen nicht aus

Außerdem sucht der TÜV stetig nach Möglichkeiten auch samstags Prüfungen durchzuführen. Mit der seit dem 1. Januar eingeführten optimierten praktischen Fahrerlaubnisprüfung gehen längere Prüfzeiten einher, die dafür sorgen, dass statt zehn Prüfungen täglich nur noch acht bis neun stattfinden können. Saisonal gibt es außerdem Anstiege bei den Zweirad- und Treckerprüfungen. Die Kapazitäten reichen aktuell einfach nicht aus.

Eigentlich begannen die Herausforderungen der Fahrschulen und Prüfer schon vor einigen Jahren. Mit dem Zuzug von Geflüchteten nach Deutschland gab es einen großen Andrang in den Fahrschulen, der nicht vorhersehbar war. „Ich denke, damals haben die Herausforderungen für die Fahrschulen in Deutschland schon angefangen“, erinnert sich Bernd Kamphuis. „Auch wir haben einen großen Andrang erlebt. Mittlerweile müssen wir Bewerber ablehnen, um den Fahrschülern eine faire und gerechte Ausbildung bieten zu können. Wir wollen die volle Leistung erbringen, was aktuell eben nur mit begrenzter Kapazität möglich ist.“

Der Fahrlehrer schätzt, dass etwa die Hälfte der Fahrschüler auf ihre praktische Prüfung warten müssen. „Das ist vor allem in der Praxis ein Problem. Bei zu langen Wartezeiten geht die Sicherheit beim Fahren verloren“, so Kamphuis. Mehr Fahrstunden bedeuten höhere Kosten für den Führerschein und weniger Kapazität für neue Schüler. „Es ist ein Teufelskreis“, betont Kira Kamphuis, „Aber wir sind unendlich dankbar, dass unsere Schüler und deren Eltern so verständnisvoll sind. Alle mussten lernen geduldig zu sein. Wir hoffen, dass sich die Welle bis Ende dieses Jahres gelegt hat.“

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