Musste wegen Corona seinen Job wechseln: Marcel Kunefke. © privat
Coronavirus

Golf-Lehrer Marcel Kunefke musste wegen Corona seinen Job wechseln

Der Golf-Lehrer Marcel Kunefke hat aus den Restriktionen der Coronakrise seine Konsequenzen gezogen. Er unterrichtet nun nicht mehr beim Golf-Club Schwarze Heide. Ein Berufswechsel war nötig.

Das Jahr 2020 ist für den 36-Jährigen eine Achterbahnfahrt, bei der es am Ende aber nur noch bergab ging. Im Winter feierte er als Playing-Pro, so werden Golflehrer bezeichnet, die auch Turniere spielen, einige schöne Erfolge. Bei der Europameisterschaft kam er mit seiner Mannschaft in die Endrunde. In Portugal gewann er zudem auch ein Pro-Am-Turnier.

Als er Mitte März nach Deutschland zurückkehrte, erlebte seine berufliche Laufbahn eine Vollbremsung: „Plötzlich war Golfspielen verboten. Ich durfte nicht einmal mehr unterrichten, und das in einer Zeit, in der sich die Golfer besonders viele Stunden für die Saisonvorbereitung nehmen.“ Diese Stunden wurden abgesagt und Kunefke fehlten fest eingeplante Einnahmen. Als der Verband die Golf-Liga-Saison für Amateure absagte, war das ein weiterer Schlag, denn Kunefke trainierte alle Liga-Mannschaft in Kirchhellen: „Das bedeutete, dass weitere fest einkalkulierte Einnahmen nicht flossen.“

Die Lage blieb mehr als angespannt

Trotz der Soforthilfe blieb die Lage mehr als angespannt. Um dem Kopf frei zu kriegen und um überhaupt etwas zu tun, trainierte Kunefke täglich mehrere Stunden: „Es war eine Zeit der Hoffnungslosigkeit. Meine Frau Izabela hat mir aber viel Beistand geleistet. Ich weiß nicht, was ich ohne sie gemacht hätte.“

Das Jahr 2020 ist für den 36-Jährigen eine Achterbahnfahrt. © privat © privat

Die wenigen Monate, in denen er im Sommer unterrichten durfte, reichten nicht, um den Verlust wieder wettzumachen. Da kam das Angebot eines Golfschülers gerade zur rechten Zeit. Er bot ihm eine bis Ende März 2021 befristete Stelle als Vertriebsleiter in einer Firma für Handdesinfektionsmittel: „Glücklicherweise hatten mich meine Eltern dazu überredet, vor dem Golflehrer eine kaufmännische Ausbildung zu machen. Davon profitiere ich jetzt.“

Doch das Ende beim GC Schwarze Heide war alles andere als freiwillig. Kunefke begann dort vor 15 Jahren seine Ausbildung zum Golflehrer und war zuletzt dort Head-Pro, also leitender Golflehrer: „Ich habe dem Verein vorgeschlagen, dass ich dort weiter als Trainer arbeiten könne, allerdings nur nach Feierabend und am Wochenende. Damit war der Vorstand aber überhaupt nicht einverstanden und kam mir nicht im Geringsten entgegen.“ So blieb Kunefke am Ende nichts anderes mehr übrig, als den Nutzungsvertrag für die Driving-Range in gegenseitigem Einvernehmen aufzulösen.

Marcel Kunefke wird weiter Golf unterrichten

Marcel Kunefke wird aber weiter Golf unterrichten und Mitglied der PGA Germany, der deutschen Golf-Profi Vereinigung, bleiben. Er hofft allerdings auch, dass sein Vertrag bei seinem Arbeitgeber verlängert wird. Die Zahl der Turniere wird Kunefke aber drastisch herunterfahren: „Ich habe im Laufe einer Saison zwischen 15 und 20 Turniere gespielt. Zudem wird es meine mehrwöchigen Auslandsaufenthalte im Winter nicht mehr geben.“

Er wird seine Kirchhellener Schüler zukünftig bei Golf&More in Duisburg-Huckingen unterrichten: „Das ist von meinem Wohnort im Düsseldorfer Norden nicht weit entfernt. Zudem stehe ich auch noch in Verhandlungen mit einem weiteren Club. Ich bin gespannt, wie das nächste Jahr wird, mit einem festen Job im Rücken kann ich es auf jeden Fall viel optimistischer angehen.“

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