Mitten in der Impfphase hat es jetzt zwei Bottroper Seniorenheime erwischt: Das Gesundheitsamt meldet 70 Infizierte unter Bewohnern und Mitarbeitern (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Coronavirus

Hohe Inzidenz durch 70 Corona-Infektionen in zwei Bottroper Altenheimen

Obwohl auch in Bottrop der Inzidenzwert über 200 gestiegen ist, gilt dort vorerst die 15-Kilometer-Regel nicht. Der Grund dafür ist allerdings wenig erfreulich.

Der Inzidenzwert lag am Dienstag (12. Januar, 0 Uhr) bei 211,8. Am Tag zuvor sogar bei 225,4. Dass Bottrop dennoch nicht beim Land beantragt hat, die 15-Kilometer-Regel in Kraft zu setzen, liegt an der wenig erfreulichen Tatsache, dass das Infektionsgeschehen hier keineswegs mehr „diffus“, sondern die Steigerung der letzten Tage vor allem auf zwei Hotspots zurückzuführen sei.

Wie Stadtsprecher Andreas Pläsken am Dienstag auf Nachfrage mitteilte, haben sich zwei Senioreneinrichtungen in den letzten Tagen bedauerlicherweise als Hotspots herausgestellt. „Wir wissen also ziemlich genau, wo die Steigerung herkommt.“

Besonders betroffen sind das Ernst-Löchelt-Seniorenzentrum im Eigen und das Seniorenzentrum Bottrop-Fuhlenbrock, beide in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Im Ernst-Löchelt-Seniorenzentrum sind es 22 Bewohner und zehn Mitarbeiter, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Zusätzlich befinden sich zehn Mitarbeiter als Kontaktpersonen in Quarantäne.

Für ein Seniorenheim gilt ein Betretungsverbot

Das Fuhlenbrocker Haus ist derzeit für Besuche gesperrt. Weitere Maßnahmen werden mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, hieß es am Dienstag bei der Stadt.

Während das Ernst-Löchelt-Seniorenzentrum den ersten Impfdurchlauf bereits hinter sich hat, ist der Impfstart in Bottrop-Fuhlenbrock noch nicht sicher: „Wegen des Infektionsgeschehens kann es sein, dass sich der für Ende Januar geplante Impftermin im Seniorenzentrum Bottrop-Fuhlenbrock verschiebt“, so Gabriele Borchmann, Regionalleiterin der AWO. Dort seien aktuell 23 Bewohner und 15 Mitarbeiter positiv getestet worden.

Alle positiv getesteten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne und dürfen nicht zur Arbeit kommen. Die Angehörigen der positiv getesteten Bewohner sind informiert worden. Die betroffenen Bewohner sind im Haus räumlich von den anderen isoliert.

Krisenstab kommt am Mittwoch erneut zusammen

Wie das Virus in die Einrichtung gelangte und sich dort so stark verbreitet hat, ist nach Auskunft von Stadt und AWO bislang nicht nachvollziehbar. Die Nachverfolgung des Gesundheitsamtes läuft auf Hochtouren, auch um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Außerdem versuchen AWO und das Gesundheitsamt, zusätzliches Personal zu gewinnen, um die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner weiter gut aufrechtzuerhalten.

Der Bottrop Krisenstab kommt am Mittwoch (13.1.) wieder zusammen und wird dann eine aktuelle Einschätzung der Lage vornehmen. Andreas Pläsken: „Sollten wir weitere Maßnahmen, zum Beispiel die 15-Kilometer-Regel, für notwendig halten, müssen wir die beim Land anmelden. Das muss zustimmen, bevor die Kommune eine neue Allgemeinverfügung erlassen kann.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
Zur Autorenseite
Petra Berkenbusch

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt