Wassertank, Tränken und Futterrinnen endlich fertig installiert. Noch einmal ein kurzer Check: Johannes Nothelle (links) und Philipp Nolde (rechts). © Maria Dehling
Landwirtschaft

Hühner können kommen: Zwei junge Kirchhellener entwerfen mobilen Stall

500 Bastelstunden, alles in Eigenarbeit entstanden. Die Mühe hat sich gelohnt. Zwei junge Kirchhellener haben einen mobilen Hühnerstall entworfen, der zum Aushängeschild eines Hofes wird.

Zunächst war es nur eine Idee von zwei Zwanzigjährigen, ehemals Schulkameraden, heute Kegelbrüder und Landjugendmitglieder: Johannes Nothelle, Junglandwirt, und Philipp Nolde, Industriemechaniker. 100 Hühner im selbstgebauten Hühnermobil sollten die Direktvermarktung von Kartoffeln auf dem elterlichen Hof an der Nothellenstraße als Aushängeschild dienen, sie sollen Radfahrer und Spaziergänger noch besser auf die Angebote des Hofes aufmerksam machen.

Das war die Idee im Februar.

„Kein fertiges Modell“

Ein fertiges Mobil durfte es auf keinen Fall sein, zu teuer. Im Internet stießen sie dann auf einen alten Anhänger, der stand keine 15 Kilometer entfernt und der Preis passte auch. Ab dann hieß es für die Beiden Abend für Abend: Bastelstunde.

Geschafft, und das von Opa ergatterte Huhn macht gleich was her.
Geschafft, und das von Opa ergatterte Huhn macht gleich was her. © Maria Dehling © Maria Dehling

„Wir haben uns natürlich zunächst gut informiert, haben uns Betriebe angesehen und Erfahrungen von Hühnerhaltern gesammelt,“ so Johannes Nothelle. „Meine Eltern waren zunächst nicht von unserem Vorhaben überzeugt, halten wir durch, ist es das Richtige und geht nicht zu viel Zeit neben Beruf und Schule drauf?“

Landwirtschaftliche Ausbildung

Johannes hat seine Ausbildung als Landwirt abgeschlossen, danach war er für vier Monate als Erntehelfer in Kanada auf einer großen Farm. Zurzeit besucht er die „Höhere Landbauschule“, ist zudem täglich auf dem elterlichen Hof bei der Kartoffeldirektvermarktung und der Kälberaufzucht im Einsatz. „Mein erstes Lehrjahr habe ich auf dem Hof Maaßen gemacht. Vermutlich hat mich mein Ausbilder Philipp schon damals mit der Idee angesteckt.“

Sein Mitbastler Philipp Nolde ist ausgebildeter Industriemechaniker in Oberhausen und so bestens prädestiniert für die technische Umsetzung. Er hat für die Raffinessen, die sie sich zunächst gemeinsam ausgeguckt hatten, stets das richtige Händchen und das erlernte Wissen.

Die Hälfte an Kosten

„Eigentlich gab es nur ein ausrangiertes fahrbares Untergestell. Der Aufbau musste komplett gebaut werden, die Installation kam natürlich hinzu und alles sollte einfach zu handhaben sein und wenig kosten – und auch das Aussehen war uns wichtig,“ so Philipp. Zum Schluss hat ihnen ihre Marke Eigenbau etwa die Hälfte eines fertig gekauften Mobils gekostet.

Damit fing Alles an, der im Februar für 50 Euro erstandene Unterbau.
Damit fing Alles an, der im Februar für 50 Euro erstandene Unterbau. © Maria Dehling © Maria Dehling

„Der tägliche Arbeitsaufwand muss so gering wie möglich sein. So werden wir das Hühnermobil zum Beispiel mit unserer eigens gebauten Technik eines sogenannten Kotbandes ausmisten. Wenn alles eingespielt ist, rechnen wir täglich mit zwanzig Minuten Arbeitsaufwand. Dazu kommen natürlich Arbeiten wie das Umsetzen des Mobils und anderes mehr.“

Die Innenausstattung wie Wassertank, Tränken und Futterrinnen wurden dazu gekauft und installiert. Dennoch sind rund 500 Arbeitsstunden für die engagierten Bastler entstanden, immer mit Spaß und Freude am gemeinsamen Tun. Natürlich gibt es auch schon einen Namen für das Ei vom Hof Nothelle, es wird „Das Nordhügel-Ei“ heißen, also marketingtechnisch auch Alles im Reinen.

Markantes Werbehuhn

Opa Hugo steuerte in der letzten Woche noch das markante Werbehuhn bei. Jetzt kann es losgehen: 100 „Lohmann Braun-Legehybriden“ aus Rhede werden dann in ihr neues Zuhause einziehen. „Die weißen Legehybriden gehen gerne mal über den Zaun, die braunen dagegen sind sehr zutraulich,“ ergänzen die zwei „Hühner-Experten“.

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