Romy verrät das geheime Leben von Wunschpferd Trine. © Lydia Heuser
Ferienspaß

In Kirchhellen leben Pferde mit geheimen Zauberkräften

Beim diesjährigen Ferienspaß auf dem Reiterhof des ZRFV e.V. Kirchhellen werden Kinder nicht bloß an den Reitsport herangeführt. Sie decken auch die geheimen Identitäten der Schulpferde auf.

Wunsch-Trine sieht aus wie ein gewöhnliches Pferd – sie ist fuchsfarben und hat eine weiße Blesse, die sich von der Stirn den Nasenrücken entlang zieht – aber in Wirklichkeit ist sie ein ganz besonderes Pferd. Romy ist eine der wenigen Menschen, die das weiß. „Sie bringt heimlich Geschenke in der Nacht“, erzählt sie.

Trine ist nicht das einzige Pferd, das eine zweite, unbekannte Identität hat. Himmelpferd Pina, Drachenpferd Deichwind und Piratenpferd April leben wie Trine auf dem Reiterhof des Zucht-, Reit- und Fahrvereins Kirchhellen am Vogelsrauh. Sie sind Schulpferde. Und den Kindern, die in dieser Woche im Rahmen des Ferienspaßes auf ihnen reiten dürfen, haben die Pferde ihre Geheimnisse anvertraut.

Piratenpferd beim Ferienspaß des ZRFV Kirchhellen.
Piratenpferd April ist übersät mit Narben. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Der Wochenhöhepunkt ist das Pferdekostümieren

Am Mittwoch durften die Kinder sechs Schulpferde kostümieren. Kreide, Haargummis und ausrangierte Bettlaken kamen dafür zum Einsatz. „Das ist das Wochen-Highlight“, weiß Eva Kirschfink, die die Ferienfreizeit organisiert hat.

Morgens um 10 Uhr werden die 24 Kinder zur Reitanlage gebracht. Zwischen fünf und elf Jahre sind sie alt, manche haben schon Reiterfahrung, andere nicht. „Unser Ziel ist es, die Kinder an das Reiten heranzuführen“, erklärt Eva Kirschfink. Morgens starten die Kinder in Gruppen mit Reiten, Voltigieren und Theorie. Kirschfink wählt die Pferde mit Bedacht aus. Sie müssen gelassen sein, Kinder mögen, neugierig und aufgeschlossen sein.

Die Pferde stehen zur Kostümierung entspannt auf dem Paddock. „Manchmal kitzelt Pina was“, erklärt Emma (8). „Jule beruhigt sie dann wieder.“ Jule ist eine der erfahrenen ehrenamtlichen Helferinnen, die die Pferde am Halfter halten, damit die Kinder in Ruhe die geheimen Identitäten ihrer Schützlinge freilegen können.

Das Märchen vom Drachenpferd Deichwind

Deichwind verwandelt sich gegenüber derweil in einen Drachen. „Erst wollten wir einen Pegasus machen“, verrät Alesja (10). „Aber dann haben wir die grüne Decke gesehen und uns für einen Drachen entschieden.“ Die Schuppen malen die Mädels mit grüner und roter Kreide auf. Sogar Flügel aus Sternen-Stoff bekommt Deichwind verpasst.

Drachenpferd beim Ferienspaß des ZRFV Kirchhellen.
Drachenpferd Deichwind breitet seine Flügel aus. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Bei der Präsentation vor der Jury erzählt Alesja die Geschichte von Deichwind dem Drachenpferd. „Es war einmal ein Mädchen, das sich im Wald verirrt hat“, beginnt sie aus dem Stegreif ihr Märchen zu erzählen. Eine Hexe verzaubert das Mädchen in einen Frosch. Unterschlupf findet das Frosch-Mädchen in der „warmen, schönen Höhle vom Drachen“. Erst will der Drache ihr nicht helfen, aber als das Frosch-Mädchen dicke Tränen weint, zückt der Drache einen lila Zaubertrank und der Fluch ist aufgehoben.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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