Das Jugendkloster Kirchhellen hat die Passionsgeschichte unter anderem mit vielen Licht-Effekten inszeniert. Hier schlagen gerade zwei Jugendliche auf das selbst gezimmerte Kreuz ein. © Maria Dehling
Jugend-Kloster Kirchellen

Jugend-Kloster inszeniert effektvoll die Passionsgeschichte

Laser, Musik und emotionale Texte: Das Jugend-Kloster Kirchhellen ist bei der Inszenierung der Leidensgeschichte Jesu neue Wege gegangen.

Die Überraschung war den Kirchenbesuchern schon beim Eintritt anzumerken: Große Dunkelheit, ein leerer Kirchenraum, selbst der Altar stand nicht an seinem Platz, nur mit Abstand aufgestellte Stühle, dann Scheinwerfer auf ein eigens gefertigtes Kreuz sowie eine Dornenkrone im Altarraum – und eine große Stille. Karfreitag war im Kirchhellner Jugend-Kloster alles anders.

Der Titel „Leiden und Sterben Christi: Greifbar. Anders. Erleben“. Der Andrang war so groß, dass die Passionsgeschichte am Freitag gleich an drei Terminen stattfand. Um 19 Uhr waren viele junge Zuhörer zu sehen, die meisten von ihnen werden in wenigen Tagen das Sakrament der Firmung erhalten.

Erste Ideen hatte die 12-köpfige Jugendgruppe gemeinsam mit Pater Francis im Januar, vor zwei Wochen wurden dann Texte geschrieben, Lichteffekte bestimmt und Musik ausgewählt.

Auch reizvoll für Ältere

Johannes Schroers, verantwortlich für die Gesamtumsetzung des Projektes, sagt: „Im gesamten Klosterteam waren alle direkt begeistert. Auch die Älteren reizte es, die Leidensgesichte nicht wie alljährlich vorzulesen, sondern zu inszenieren mit Geräuschen, Lichteffekten und emotionalen Texten. Wir wollten die Leidensgeschichte greifbarer machen und Nachhaltigkeit erreichen.“ Regeln zum Infektionsschutz habe man selbstverständlich beachtet.

Nach einer kurzen Einführung durch Pater Francis übernahm das Orgateam die Regie: Jugendliche aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJer) und Patres sprachen die Texte, die Lichteffekte und Musikeinspielungen übernahmen Freunde und die Brüder von Johannes Schroers: „Zum Glück konnten wir ein Großteil der Technik für den heutigen Tag ausleihen, jeder von uns hat so seine Kontakte.“

Die Leidensgeschichte wurde in wechselnden Stimmen gesprochen, Luftschwaden fuhren unter die Stühle, der Altarraum erstrahlte in immer neuen Farben, das selbstgebaute und beschriftete Kreuz und die in Draht gewickelte Dornenkrone wurden dem Text entsprechend angestrahlt. Dann knieten zwei Mädchen, in schwarzer Kutte gekleidet, am Boden und hämmerten Jesus ans Kreuz. „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn,“ so der Schlusstext der Leidensgeschichte.

Die Fürbitten bildeten den Abschluss: Tradition gibt Verlässlichkeit, Verantwortung darf nicht abgelegt werden, Werte bedeuten Orientierung, verständlich und nachhaltig formuliert. Ein Abschiedsgruß von Pater Francis und ein großer Dank an das Team. Die Klosterbesucher verließen stillschweigend den Kirchenraum.

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