Nicht alles war 2020 schlecht in Kirchhellen. Trotz Corona hat das Dorf viel geschafft und bewegt. © Grafik: Leonie Sauerland
Positiver Jahresrückblick

Kirchhellen versus Corona – Ein positiver Rückblick auf 2020

Kirchhellen wäre nicht Kirchhellen, wenn es nicht auch dem Coronavirus etwas entgegenzusetzen hätte. Vieles wurde 2020 auf die Beine gestellt, vieles trotz Corona möglich gemacht.

Das Coronavirus hat das Jahr 2020 bestimmt wie kaum ein anderes Thema in den vergangenen Jahren. Das war auch in Kirchhellen so. Viele wünschen sich, dass dieses Jahr endlich zu Ende geht. Doch das Dorf hat trotz oder eben wegen Corona in diesem Jahr unglaublich viel auf die Beine gestellt.

Am 15. Mai wurde auf dem Parkplatz des Movie Parks ein Autokino eröffnet. Bis zu 700 Autos, eine 200 Quadratmeter große LED-Leinwand und eine 14 mal 16 Meter große Bühne – das Feldhausener Autokino stand denen in großen Städten in nichts nach. Neben zahlreichen Filmen rockte beispielsweise die Kölsch-Band „Brings“ die Bühne. Auch Comedian Markus Krebs oder Sido fanden den Weg nach Feldhausen. Ein besonderes Highlight war die Veranstaltung der Brezelgesellschaft: Die zeigte im Juni den Brezelfilm und lockte zahlreiche Kirchhellener im Brezelkittel ins Autokino.

Für viele war es die Flucht aus dem tristen Corona-Alltag: das Autokino am Movie Park. Als besonderes Highlight wurde dort der Brezelfilm gezeigt.
Für viele war es die Flucht aus dem tristen Corona-Alltag: das Autokino am Movie Park. Als besonderes Highlight wurde dort der Brezelfilm gezeigt. © Julian Schäpertöns (A) © Julian Schäpertöns (A)

Carmen Nuy suchte im Frühjahrs-Lockdown nach Beschäftigungsideen für ihre zwei Kinder. Also legte sie bemalte Steine am Schölsbach aus und forderte andere Familien mit einem Zettel, aber auch über Facebook auf, es ihr gleich zu tun. Am Ende lagen rund 4.000 Steine in einer langen Schlange in Kirchhellen und waren für viele Kinder eine willkommene Abwechslung. Dorfpolizist Thomas Köster spann die Idee sogar noch weiter und spendete 10 Cent pro ausgelegtem Stein an das Ambulante Kinder- und Jugendhospiz in Gladbeck. Viele Kirchhellener beteiligten sich an der Aktion, sodass am Ende 5.000 Euro überreicht werden konnten.

Carmen Nuy hat gemeinsam mit ihren Kindern Mats und Carlotta während des ersten Lockdowns eine Steinschlange am Schölsbach gestartet. Viele Familien machten mit und am Ende gab es sogar noch eine Spendenaktion.
Carmen Nuy hat gemeinsam mit ihren Kindern Mats und Carlotta während des ersten Lockdowns eine Steinschlange am Schölsbach gestartet. Viele Familien machten mit und am Ende gab es sogar noch eine Spendenaktion. © privat © privat

Kulturcamp und „Koffer über Bord“ waren geplant, doch dann kam Corona und das Jugend-Kloster bastelte an einer Alternative. Diese nannte das Team „What to do when sommer comes?“ und bedeutete sechs Wochen Programm in den gesamten Sommerferien. Es wurde gespielt, gebastelt, getobt und sogar einen Brezelkönig gab es. Am Ende wurde ein festes Angebot aus der Aktion – sodass es seitdem jeden Samstag ein buntes Programm für Kinder gibt.

Unter dem Titel „What to do when sommer comes?“ organisierte das Team des Kirchhellener Jugend-Klosters die gesamten sechs Sommerferienwochen ein buntes Programm für Kinder.
Unter dem Titel „What to do when sommer comes?“ organisierte das Team des Kirchhellener Jugend-Klosters die gesamten sechs Sommerferienwochen ein buntes Programm für Kinder. © Manuela Hollstegge (A) © Manuela Hollstegge (A)

Um das Spazierengehen und Radfahren für Kinder im Lockdown interessanter zu machen, startete die Kirchhellenerin Rebecca Schwartmann im April ein ganz besonderes Projekt. Sie stellte ein Regal an die Straße, füllte es mit nicht mehr benötigtem Spielzeug ihrer Kinder und lud andere Familien ein, sich Spielzeug mitzunehmen und/oder selbst welches hineinzulegen. Die Idee kam so gut an, dass Rebecca Schwartmann sogar ein Hinweisschild anbringen musste, dass nur Spielzeug ins Regal gelegt werden soll, wenn darin noch genug Platz ist.

Dieses Regal voller Spielzeug stellte Rebecca Schwartmann im April an die Straße. Viele Familien stellten daraufhin nicht mehr gebrauchtes Spielzeug hinein oder nahmen sich Spielzeug heraus. © privat © privat

In der Krise hält Kirchhellen zusammen – das hat sich in diesem besonderen Jahr deutlich gezeigt. Und so entstand nur wenige Tage nach dem Beginn des Lockdowns im März die Nachbarschaftshilfe Kirchhellen. Sie diente als zentrale Anlaufstelle für Hilfesuchende und solche, die ihre Hilfe anbieten wollten. Nach einem Hilferuf der Kirchhellener Seniorenheime über diese Plattform, nähten im April mehr als 50 Freiwillige innerhalb kürzester Zeit 200 Mund-Nase-Bedeckungen.

Im ersten Lockdown wurde die Kirchhellener Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Über diese Plattform wurde auch organisiert, dass im April über 50 Freiwillige innerhalb kürzester Zeit 200 Mund-Nase-Bedeckungen für die Seniorenheime im Ort nähten.
Im ersten Lockdown wurde die Kirchhellener Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Über diese Plattform wurde auch organisiert, dass im April über 50 Freiwillige innerhalb kürzester Zeit 200 Mund-Nase-Bedeckungen für die Seniorenheime im Ort nähten. © Maria Dehling (A) © Maria Dehling (A)

Ein Fensterkalender in der Adventszeit, Gottesdienste „to go“, geschmückte Fenster zu St. Martin – das neue Seelsorgeteam in Kirchhellen hat besonders in der zweiten Jahreshälfte viel bewegt. Nach dem abrupten Weggang von Pastor Ulrich Witte und Pastoralreferentin Caroline Johnen haben die Pastoralreferenten Dennis Humberg und Werner Koschinski sowie Pastor Christoph Potowski die Kirchhellener Gemeinde wieder aufgefangen und neu belebt.

Das neue Seelsorgeteam der Gemeinde St. Johannes startete im Sommer. Seitdem haben die drei viel auf die Beine gestellt und dafür gesorgt, dass die Kirche trotz Corona für die Menschen da sein kann.
Das neue Seelsorgeteam der Gemeinde St. Johannes startete im Sommer. Seitdem haben die drei viel auf die Beine gestellt und dafür gesorgt, dass die Kirche trotz Corona für die Menschen da sein kann. © Maria Dehling (A) © Maria Dehling (A)

Die Corona-Pandemie hat das Team kreativ genutzt, um in vielen Bereichen neue Wege zu gehen. So gab es Gottesdienste im Freien, mehr Gottesdienste in der Adventszeit sowie einen Fensterkalender, Weihnachtstüten „to go“, einen Marktstand, um das Gespräch zu suchen, sowie geschmückte Fenster und eine Spendenaktion zu St. Martin.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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