Kristoffer Schmidt und seine Mutter Vera aus Kirchhellen sind mit ihren fructosefreien Produkten sehr erfolgreich. © Manuela Hollstegge (A)
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Kirchhellener Familienunternehmen will in die Supermarkt-Regale

Die Kirchhellener Kristoffer und Vera Schmidt verkaufen fructosefreie Naschereien. Jetzt wollen sie ihre Produktion automatisieren, um den Sprung in den stationären Einzelhandel zu schaffen.

Fast zehn Jahre ist es jetzt her, dass der Kirchhellener Kristoffer Schmidt als 13-Jähriger immer mehr über Magen- und Darmbeschwerden klagte. Die Diagnose Fructoseintoleranz (genauer: Fructosemalabsorption) führte 2018 zur Gründung eines Start-ups, jetzt könnte es bald klappen, dass die Produkte des heute 22-Jährigen und seiner Mutter in den Regalen von Edeka, Rewe und Co stehen.

„Wir stehen kurz vor einer Produktionserweiterung, die wir dafür dringend benötigen“, erzählt Kristoffer Schmidt auf Anfrage der Redaktion. Als er sich damals mit der Diagnose konfrontiert sah, probierte er sich durch die fructosefreien Produkte eines anderen Anbieters, doch die schmeckten ihm gar nicht. Also entwickelte er mit Mutter Vera eigene Rezepte und sie gründeten gemeinsam mit Kristoffers Schulfreund Thomas Fockenberg das Unternehmen „Tom & Krissi’s“.

2018 starteten sie ihren Online-Shop (www.tomkrissi.de) mit fructosefreien Fruchtaufstrichen, Kuchen aus dem Glas, Schokocremes und Keksen. Aus Zeitgründen stieg Thomas Fockenberg kurz darauf aus dem Unternehmen aus – „seitdem sind wir halt ein echtes Familienunternehmen“, so Schmidt. Nutzten er und seine Mutter anfangs in den frühen Morgen- und späten Abendstunden noch die Küche eines befreundeten Restaurant-Inhabers, zogen sie im Mai 2019 in ihre eigene Produktionsstätte – eine alte Metzgerei – an der Horster Straße in Gladbeck.

Kirchhellener wollen mehr Fruchtaufstriche produzieren

Dort werden die Produkte auch verpackt und versendet. Demnächst wollen sie benachbarte Räumlichkeiten dazu mieten, um dorthin eine halbautomatische Fertigungsstraße für die Fruchtaufstriche auszugliedern. „Damit können wir in kürzerer Zeit mehr produzieren und das Produkt auch günstiger anbieten“, erklärt Schmidt.

Inzwischen hat „Tom & Krissi’s“ nicht nur seine Palette an Fruchtaufstrichen, Kuchen und Keksen erweitert, sondern auch Tomaten- und Curryketchup (natürlich fructosearm, lactose- und weizenmehlfrei) ins Sortiment aufgenommen. Das war besonders Kristoffer sehr wichtig: „Den esse ich echt gerne und im normalen Ketchup ist nun einmal sehr viel Zucker drin.“

Noch wichtiger wären dem Kirchhellener fructosefreie Gummibärchen, aber bislang habe sich die Herstellung als zu komplex erwiesen. Das Mutter-Sohn-Gespann plant jedoch bereits andere Produkte,wie beispielsweise Schokolade, Kakaopulver und Traubenzucker. Inzwischen ist aus dem Start-up eine GmbH & Co. KG geworden und der 22-jährige Kristoff hat sein BWL-Studium so gut wie in der Tasche. Dann möchte er sich nur noch auf „Tom & Krissi’s“ konzentrieren und hofft, bald seine Produkte in den Regalen des stationären Einzelhandels unter zu bekommen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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