Angeregt durch Diskussionen im Bottroper Jugendparlament, möchte das Kirchhellener Jugendhaus „F!“ einen Treff für Jugendliche einrichten, die homosexuell, bisexuell, Transgender oder queer sind. © Petra Berkenbusch (A)
Jugendparlament

Kirchhellener Jugendhaus will Treff für LGBTQ-Jugendliche einrichten

Nach Anregungen im Jugendparlament, möchte das Kirchhellener Jugendhaus einen Treff für Homo- und Bisexuelle, Transgender und Queer-Jugendliche einrichten. Das plant das Parlament noch.

Fast alle Sitzungen der Bottroper Politik sind abgesagt und auch die für Ende Januar geplante Sitzung des Jugendparlaments konnte aufgrund der Pandemie nicht stattfinden. Doch die Jugendlichen wollen trotz Corona weiter arbeiten und verlegen ihre Sitzung kurzerhand ins World Wide Web. Themen für den 2. März gibt es genug.

So hatten die Mitglieder des Jugendparlaments beispielsweise vor einiger Zeit festgestellt, dass es in Bottrop keinen offiziellen Treffpunkt für Jugendliche im Bereich „LGBTQ“ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer) gibt. Nun hat sich das Kirchhellener Jugendhaus „F!“ dazu bereit erklärt, einen solchen Treff einzurichten.

Jugendliche sollen sich Räume in Kirchhellen erschließen

„Uns ist über das Jugendparlament bekannt geworden, dass es möglicherweise einen Bedarf in Kirchhellen gibt, sich im Zusammenhang der LGBTQ-Thematik organisiert zu treffen. Eine der wichtigsten Säulen unserer Pädagogik ist die Partizipation von jungen Menschen. Die Idee, dass sich junge LGBTQ-Menschen bei uns Räume erschließen, diese gestalten und selbst organisiert nutzen, möchten wir daher unterstützen“, sagt Einrichtungsleiter Patrick Westermann.

Die genaue Gestaltung eines solchen Treffs wolle man von den Wünschen und Bedürfnissen der Jugendlichen abhängig machen. Vorstellbar seien ein Jugendcafé, reine Beratungsangebote oder Veranstaltungen im Bereich Kunst und Kultur. „Aus unserer Arbeit in anderen Städten wissen wir inzwischen, dass der Bedarf an geschützten Treffpunkten für diese Zielgruppe häufig höher ist als die Möglichkeiten. Deshalb pendeln Jugendliche für eben diese Möglichkeiten auch über Stadtgrenzen hinaus, was in Kirchhellen durchaus auch der Fall sein könnte“, so Westermann.

Eine weitere Problematik brennt den Mitgliedern des Parlaments, das vom Kirchhellener Max Fockenberg geleitet wird, unter den Nägeln – und zwar die Verschwendung von Lebensmitteln. In ihrer Sitzung wollen sie darüber sprechen, wie man diese reduzieren kann. Ziel ist es, so geht es aus den Sitzungsunterlagen hervor, Kontakt mit dem örtlichen Einzelhandel und anderen Beteiligten aufzunehmen und nach Möglichkeit ein gemeinsames Projekt zu initiieren.

Verteilerkästen in Bottrop sollen verschönert werden

Ein weiteres Projekt des Jugendparlaments Bottrop ist die Verschönerung und Gestaltung von Verteilerkästen der Strom- und Telefonversorger. Damit soll das Stadtbild verschönert und illegalem Sprayen entgegengewirkt werden. Gestattet ist die Aktion vom Versorger jedoch nur, wenn sie von einem dem Versorger bekannten Graffitikünstler durchgeführt wird.

Dem Jugendparlament stünde ein solcher Künstler zur Verfügung, der bereits in Gladbeck Verteilerkästen verschönert hat. Pro Kasten würde das rund 200 Euro kosten. Die Verwaltung schlägt vor, erst einmal nur einen Kasten zu gestalten und damit auf das Jugendparlament und seine Arbeit aufmerksam zu machen.

Außerdem möchten die Jugendlichen zwei Seminare durchführen. „Politische Partizipation und die Arbeit im Jugendparlament“ lautet das Thema des ersten. Es soll den Mitgliedern helfen, einen besseren Einblick in die politische Arbeit und ihre Möglichkeiten zur Mitwirkung zu bekommen. Veranstalter dieses Seminars ist der Verein zur Förderung politischen Handelns aus Bonn. Kostenfaktor: etwa 1.000 Euro. Außerdem möchten sich die Jugendlichen in einem Seminar noch besser über den Aufbau der städtischen Verwaltung informieren.

Auf dem Programm für die Online-Sitzung des Jugendparlaments stehen außerdem ein Vortrag des Bündnis Buntes Bottrop sowie die Wahl eines weiteren Delegierten für den Kinder- und Jugendrat NRW, in dem bereits Max Fockenberg und Gwen Suliman seit Januar als Sprecher aktiv sind.

  • Interessierte Bürger können an der Online-Sitzung des Jugendparlaments am 2. März ab 17 Uhr als Gast teilnehmen.
  • Anmeldungen dafür werden per E-Mail an jugendparlament@bottrop.de unter Angabe des Namens und Vornamens bis spätestens 1. März entgegen genommen. Die angemeldeten Teilnehmer erhalten die Zugangsdaten per E-Mail.
Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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