Viele Kirchhellener Eltern fühlen sich offenbar hin- und hergerissen, ob sie ihre Kinder in die Kita bringen sollen, oder nicht. © picture alliance/dpa
Kinderbetreuung

Kitas in Kirchhellen: Eltern stehen unter enormem Druck

Kirchhellener Kitas kommen anscheinend relativ gut mit den Regeln im eingeschränkten Pandemiebetreib klar. Kita-Leitungen erleben aber Eltern, die hin- und hergerissen sind.

An diesem Donnerstag (14. Januar) besuchen 30 von 65 Kindern die Kita St. Johannes in Kirchhellen. Einrichtungsleiterin Rebecca Duckheim glaubt aber, dass es mehr werden, je länger der Lockdown dauert. Viele Eltern stehen ihrer Meinung nach unter enormem Druck.

„Der Appell, die Kinder zu Hause zu lassen, hat viele Eltern in eine ganz schwierige Situation gebracht. Viele von ihnen befinden sich in einer Drucksituation, sind hin- und hergerissen, ob sie ihre Kinder bringen sollen, oder lieber nicht“, erzählt die Kita-Leiterin. Dennoch würden viele Eltern sehr viel versuchen, um ihre Kinder nicht in die Einrichtung bringen zu müssen. Zu Hause sei es jedoch für viele Kinder auch nicht einfach. Besonders Einzelkinder würden sehr unter dem fehlenden Kontakt zu Gleichaltrigen leiden.

Ein großes Lob spricht sie daher den Kindern aus: „Sie müssen auf so vieles verzichten und machen trotzdem so gut mit. Da ziehe ich wirklich meinen Hut vor.“ Damit meint Duckheim auch die Kinder, die aktuell die Einrichtung besuchen. Da einige Kinder beispielsweise nur an den Arbeitstagen der Eltern gebracht würden, sei die Gruppenkonstellation jeden Tag anders und Kinder müssten sich immer wieder neu zusammenfinden.

Strikte Gruppentrennung in Kirchhellener Kita kein Problem

Trotzdem versuche man die Tage mit den Kindern in der Kita so schön wie möglich zu gestalten – doch viele Dinge, die ansonsten zum festen Tagesablauf in der Einrichtung gehörten – könnten nicht wie gewohnt stattfinden. So solle zum Beispiel nicht mit den Kindern gesungen werden. Die angeordnete strikte Gruppentrennung stelle indes im St.-Johannes-Kindergarten kein großes Problem dar, da sie bereits seit Herbst bestehe.

Ähnlich sieht es in der Feldhausener Kita St. Mariä Himmelfahrt aus. Auch dort waren die Gruppen schon vor der Anordnung getrennt. Der Außenbereich wird nun stundenweise von den verschiedenen Gruppen genutzt. Der Bereich für die Kinder unter drei Jahren ist davon nicht betroffen, da er eh abgetrennt vom restlichen Garten ist. „Wir klagen nicht, wir kommen zurecht“, sagt Einrichtungsleiterin Gertrud Lohmann.

Weniger als die Hälfte der Kinder kommen gerade in die Feldhausener Kindertageseinrichtung. © privat © privat

An diesem Donnerstag zählt sie 35 von 82 Kindern in der Kita. Auch Lohmann sieht, dass viele Eltern innerlich zerrissen sind. „Einerseits müssen sie arbeiten und haben vielleicht sogar Angst, ihren Job zu verlieren, andererseits wollen sie kein Pandemietreiber sein“, erzählt sie.

„Ein Urteil steht mir nicht zu“

Über den Appell von NRW-Familienminister Joachim Stamp, die Kinder zu Hause zu lassen, könne und wolle sie sich nicht hinwegsetzen. „Das müssen die Eltern entscheiden. Es steht mir nicht zu, zu urteilen, ob eine Familie ein Kind zurecht abgibt, oder nicht.“ Bei Kindern, wo sie genau weiß, dass sie besser in der Kita aufgehoben sind, greift sie jedoch zum Telefonhörer und macht den Eltern noch einmal klar, dass es kein Problem ist, die Kinder in die Einrichtung zu bringen.

Ansonsten versuchen Lohmann und ihr Team den Kindern, in der Kita so viel Normalität und Struktur wie möglich zu bieten. „Die Zeiten sind verrückt genug – so vieles ist anders geworden für die Kinder, da sollen sie doch wenigstens hier ein bisschen Normalität erleben“, so Lohmann.

Die Stadt Bottrop hat am Mittwoch (13. Januar) die Auslastung der städtischen Kitas abgefragt. Ergebnis: Von 4.077 in den neun Einrichtungen angemeldeten Kindern besuchten an diesem Tag 1.172 Kinder die Kitas – das sind 28,6 Prozent. „Die Unterschiede zwischen den Kitas sind aber sehr groß – sie reichen von 4,3 bis 61,5 Prozent Auslastung“, sagt Nadine Granow-Keysers, Abteilungsleiterin der Stadt im Bereich Schulen und Kitas.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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