Der gesamte Altarraum zeigt die große liebevoll und von vielen Händen aufgebaute Krippenlandschaft. © Maria Dehling
Coronavirus

Klostertüren öffnen zu Weihnachten – Einlass wird beaufsichtigt

Im Jugend-Kloster finden an den Weihnachtstagen natürlich keine Gottesdienste statt. Trotzdem öffnen sich die Türen, um den Kirchhellenern die Krippenlandschaft zugänglich zu machen.

Gib mir bitte die Steine, jetzt brauche ich das Kamel. Nein, der Engel ist noch nicht richtig befestigt.“ Pater Fransis da Cunha steht auf der Leiter und verlegt die Lichterkette. Zwischendurch bekommt er immer wieder neue Anweisungen von unten.

Der Baum, der da am Dienstag im Jugend-Kloster geschmückt wird, wurde natürlich selbst geschlagen in Grafenwald bei Fockenberg.

Franziska Valentin ist 18 Jahre alt und wäre jetzt eigentlich in ihrem Auslandsjahr in Ruanda, doch dann kam Corona. „Ich fühle mich hier in meinem Freiwilligendienst so richtig gut, es könnte in Ruanda nicht besser sein. Wir erleben Gemeinschaft, können uns immer wieder einbringen – natürlich gibt´s von uns auch mal Kritik.“

Alltag ist konstruktiv kritisch

Hildegard Kückelmann, Ökonomin im Jugend-Kloster, ergänzt: „Da wird auch schon mal eine Predigt kritisch auseinandergenommen. Doch das ist genau unser Alltag, konstruktiv kritisch muss es sein. Auch das Frotzeln gehört dazu, das gibt es bei den Jungen und bei den Älteren.“

Rindenmulch und Holzspäne werden noch als Weg verlegt und Kamele und Elefanten aufgestellt. „Über viele Jahre wurde die Krippe vom Kirchhellener Bernhard Schlüter aufgebaut. Er hat auch selbst einige Figuren geschnitzt.“

Der Kirchhellener Bernhard Schlüter hat über viele Jahre die Klosterkrippe aufgebaut und die Figuren teils selbst geschnitzt.
Der Kirchhellener Bernhard Schlüter hat über viele Jahre die Klosterkrippe aufgebaut und die Figuren teils selbst geschnitzt. © Maria Dehlin © Maria Dehlin

Die, die im Jugend-Kloster Gemeinschaft erleben, sind nach Definition der Coronaschutzverordnung ein Haushalt mit 14 Personen unterschiedlichen Alters. Sie musizieren gemeinsam, gestalten die Gottesdienste textlich und musikalisch. Ob Advents- oder Nikolausimpulse, der Kreativität sind zurzeit keine Grenzen gesetzt. Und es kommt gut an.

Der Blick zu den Weihnachtsfeiertagen

Seit dem 21. Dezember gibt es auch im Jugend-Kloster keine öffentlichen Gottesdienste mehr. Zu den Weihnachtsfeiertagen ist die Klostertür jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Das Evangelium wird ausgelegt und es gibt Musik, mal vom Band, mal live. So hat eine Familie zum Beispiel darum gebeten, zu dritt, wie sonst halt auch schon mal, im Kloster musizieren zu dürfen. „Das geschieht allerdings ganz spontan natürlich ohne Ankündigung“, sagt Hildegard Kückelmann.

Krippenlandschaft nimmt gesamten Altarraum ein

Die große Krippenlandschaft, im vergangenen Jahr von St. Johannes ausgeliehen und natürlich auch Ausstellungsstück bei der Krippenausstellung im Heimathaus, wird dann den gesamten Altarraum einnehmen. . „Wir freuen uns über Besucher, doch werden wir – vermutlich mit einem Kartensystem wie bereits auch aus anderen Institutionen bekannt – die Personenanzahl kontrollieren.“ Aber bitte immer mit Abstand und direkt nach dem Klosterbesuch zurück in die warme Stube. So sollte es aus Sicherheitsgründen sein.

Der Impuls zu Heiligabend sowie vermutlich auch die internen Gottesdienste sollen auch auf Youtube zu sehen sein. Aktuelle Informationen unter www.jugend-kloster.de

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Ahaus, Heek und Legden am Abend

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