Magic Udo begeisterte im Hof Jünger

Kabarett

Magic Udo, Udo Raschewski, war zu Gast in Kirchhellen, zum Brüllen komisch und immer nah am Puls der Zeit. "Ich komme aus Bad Münstereifel, einem Vorort von Köln. Ist jemand aus Bad Münstereifel im Publikum, wegen Zurückfahren?"

Kirchhellen

, 21.01.2016, 14:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seinen Auftritt im Hof Jünger verband Magic Udo nicht nur mit der Suche nach einer Fahrgemeinschaft - auch Kontaktaufnahme von Frauen war ausdrücklich erwünscht. "Ab und zu rasiere ich mir abends nur ein Bein und stelle mir dann im Bett vor, ich liege neben einer Frau." Udo Raschewski, alias Magic Udo, nahm am Mittwochabend im Rahmen der Comedy-Show "Kabarett im Hof" den bekannten Bühnen-Hokuspokus von Copperfield und Co. ordentlich aufs Korn.

Eine schräge Mischung aus Comedy, Zauberei und Tanz verzauberte das Publikum und führte vor allem zu heftigsten Lachattacken. "Kriminelle aus Litauen haben mein Konto ausgespäht und mir aus Mitleid 100 Euro überwiesen." Muttersöhnchen Udo agierte auf der Bühne tollpatschig und zurückhaltend. Seine Zaubertricks kamen eher beiläufig daher und verblüfften das Publikum dadurch um so mehr. "Ich hätte heute Abend auch für 750000 Euro in Bad Münstereifel auftreten können, aber ich habe das Geld nicht so schnell zusammenbekommen." Jeder Trick wurde von einer herrlich hölzernen und steifen Tanzeinlage begleitet. Begriffe und Fremdworte wurden immer wieder mit großer Konsequenz von Magic Udo vertauscht: "Ich habe zu Hause einen reinrassigen Borderline-Collie." Der zweite im Bunde bei "Kabarett im Hof" war Midlife-Comedian Rüdiger Höfken. "Bei der Einladung habe ich statt Kabarett im Hof Kabarett in Hof verstanden und bin erst mal nach Oberfranken gefahren."

Auswüchse des Internets

Er ist 50 geworden und erzählte dem Publikum von seinen Wehwehchen: "Ich war beim Arzt wegen Rücken. Der meinte, ich könnte ihnen Moorbäder verschreiben. Ich fragte, entspannen sich dann die Muskeln? Mein Arzt erwiderte: ‚Nein, aber sie gewöhnen sich schon mal an die feuchte Erde.'" Weiter ging es um die Auswüchse des Internets bei Jugendlichen: "Ich war mit meinem Neffen unterwegs und das Navi ging kaputt. Ich holte den alten Shell-Atlas heraus. Mein Neffe machte ganz große Augen und meinte: Geil Onkel, Du hast Google-Maps ausgedruckt." Wie immer moderierte Benjamin Eisenberg die Comedy-Show.

Direkt und hintergründig

Verbale Zurückhaltung zählte auch am Mittwoch nicht zu seinen Tugenden. Bissig, direkt und hintergründig analysierte er seine politischen und alltäglichen Beobachtungen. Zum Beispiel in der Sauna: "Am schlimmsten sind die Oppas. Obwohl sie schon nackt sind, schaffen sie es immer wieder, sich die Blöße zu geben. Viele Saunen machen jetzt Special-Events - zum Beispiel zum Oktoberfest mit Wurst-Aufguss. Für alle, die drauf stehen, wenn ihnen jeder Hund der Umgebung eine Woche lang hinterherläuft."

Die Gäste erlebten einen Abend mit drei völlig verschiedenen Comedians und Kabarettisten, aber bei allen war der Spaßfaktor am Anschlag.

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