Mülldeponie: Bohrungen nach einer "tickenden Zeitbombe"

Kirchhellen Die Hausmülldeponie Kirchhellen wird zur Zeit untersucht. Stück für Stück werden alle 50 bis 100 Meter Bohrlöcher bis in acht Meter Tiefe niedergebracht. Denn dort unten könnte eine Zeitbombe ticken.

von Von Holger Steffe

, 05.03.2009, 19:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mülldeponie: Bohrungen nach einer "tickenden Zeitbombe"

ödp-Bezirksvertreter Willi Urban (m.) nahm die Untersuchungen an der ehemaligen Hausmülldeponie in Augenschein.

Die Mitarbeiter der S.I.G. Dr. Steffen GmbH aus Essen, Geologe Andre Tönsmann und Techniker Henning Voß, sind bei Wind und Wetter mit Kompressor und Bohrgerät auf der ehemaligen Deponie unterwegs. Schädliche Gase

Seit 2003 kämpft ödp-Umweltexperte Willi Urban um die Untersuchung der belasteten Flächen, da er die Deponie mit einer, ein wenig übertreibend, tickenden Zeitbombe vergleicht. Oft werden noch lange Jahre nach Schließung einer Deponie schädliche Gase freigesetzt, durch die es im Einzelfall auch zu Explosionen kommen kann. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass belastetes Wasser, das so genannte Deponiesickerwasser, in das Erdreich und zum Grundwasser gelangen kann.

"Eine Deponie ist bis zu mehreren 100 Jahren aktiv, je nach dem, was alles darin gelagert wurde" ,weiß Willi Urban. Auch ist jetzt bekannt, dass die Mülldeponie V 20.01 von 1969 bis 1975 offen war und auch mit Gewerbeabfällen (Gebinde mit Lösungsmittel, Lacke, usw.) verfüllt wurde. Eine geringe Belastung des Grundwassers in den geplanten Abbaufeldern 10 und 11 ist schon vorhanden, durch Sümpfungen werden weitere hinzu kommen. Prognose über Sickerwasser ist vorgeschrieben

Gemäß der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung ist eine Sickerwasserprognose gesetzlich vorgeschrieben und zu erstellen. Der Technische Beigeordnete Bernd Tischler hatte noch in der Bottroper Planungsausschusssitzung am 9. Februar gesagt, dass bisher eine Untersuchung noch nicht vorgesehen sei, aber durchaus möglich.

Durch Willi Urbans unermüdlichen Einsatz scheint es nun doch möglich geworden zu sein. Seit dem 25. Februar werden Erdproben aus der Hausmülldeponie entnommen, um sie zu untersuchen und festzulegen, ob oder welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Wann die restlichen drei Deponien V 20.06, V 19.09 und V 21.03 untersucht werden, darauf hat die Stadtverwaltung noch keine Ant- wort. st

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