NABU kämpft gegen Flächenfraß in Bottrop und Kirchhellen

Naturschutz

Der Naturschutzbund kritisiert, dass es kein Gesamtkonzept der Stadt gibt, welche Naturschutzflächen bebaut werden sollen. Auch für eine Maßnahme in Kirchhellen gibt es Kritik.

Kirchhellen

, 07.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Baugebiet Kuhberg Hohes Feld Feldhausen

In Kirchhellen ist es an vielen Stellen noch grün. Doch der NABU kritisiert vermehrten Flächenfraß in Bottrop und Kirchhellen. © Manuela Hollstegge (A)

Der NABU Bottrop übt scharfe Kritik an der Stadt. Der Naturschutzbund vermisst eine „transparente Aussage der Stadt zur beabsichtigten Bebauung naturschutzrelevanter Flächen“. Das geht aus einer Erklärung hervor, die der NABU im Nachgang seiner Vorstandssitzung verfasst hat.

Als besonders störend empfinde die Organisation, dass es kein Gesamtkonzept und keine Planunterlagen zu Ausgleichsflächen gebe. Nicht klar sei daher, welche Naturräume in Bottrop und Kirchhellen erhalten bleiben sollen. Der NABU würde immer nur zu Einzelmaßnahmen angehört. Dabei sei es so, dass die Unterlagen für Menschen, die sich in ihrer Freizeit engagieren würden, oft schwer lesbar seien und so spät kämen, „dass für eine ordnungsgemäße Vorbereitung und Abstimmung mit Fachkundigen oder Beteiligten kein Raum bleibt“. Als Beispiel nennt der NABU die Unterlagen zur Bebauung des ehemaligen Sackers Geländes.

Jetzt lesen

Aus Sicht der Bottroper Organisation droht trotz der Ausrufung des Klimanotstandes in Bottrop eine Flächenversiegelung „großen Ausmaßes“. Die Nachbarstadt Oberhausen mit 80 Prozent versiegelter Fläche sei dafür ein warnendes Beispiel. Daher fordert der NABU: „Die Naturräume müssen erhalten bleiben!“ Deutlich Position beziehen möchte er gegen folgende Maßnahmen: Autobahnerweiterung und Rodung Vöingholz, Autobahnerweiterung/B224, Freiheit Emscher, Umwandlung des Kraneburger Feldes in ein Gewerbegebiet, Neubau Feuerwehr, Sackers Gelände, Neubau Tourcoing Straße sowie Radweg Gahlener Straße.

„Weiterer Flächenfraß ist zu vermeiden“

Schon jetzt sind laut NABU mehr als 30 Hitzetage in der Innenstadt zu erwarten. Feuerwehr und Rettungsdienst seien dann im Dauereinsatz. In vielen Wohnungen sei es bei solchen Temperaturen nicht auszuhalten. „Werden die geplanten Bebauungen durchgeführt, wird diese Belastung noch steigen“, so die Organisation. Solange es kein transparentes Gesamkonzept gebe, lehne der NABU die genannten Maßnahmen ab. Noch sei Bottrop eine grüne Stadt - besonders viel Grün habe vor allem Kirchhellen. Doch immer mehr Flächen würden versiegelt. „Weiterer Flächenfraß ist zu vermeiden“, so der NABU.

Dabei verweist die Organisation darauf, dass es ihr um Sacharbeit gehe, nicht um Abgrenzungen. Die Beteiligung der Bürger sei wichtig. Wer sich einbringen möchte, kann sich an Stefan Voßschmidt wenden unter Tel. (0160) 90283646.

Lesen Sie jetzt