Die Polizei Recklinghausen will in Kirchhellen mehr Streife fahren und gegebenenfalls getunte Autos genauer kontrollieren. Der Grund sind Anwohner-Berichte über nächtliche Raser im Ort. © picture alliance / dpa
Verkehr

Nach Berichten über Raser – Polizei fährt mehr Streife in Kirchhellen

Erneut mehren sich in sozialen Netzwerken die Beschwerden über Raser, die nachts durch Kirchhellen brettern. Die Polizei kündigt jetzt an, im Bereich der Hauptstraße mehr Streife zu fahren.

2018 war es schon einmal Thema, dann schien Ruhe eingekehrt zu sein, seit einigen Wochen mehren sich jedoch in den sozialen Netzwerken wieder die Beschwerden über nächtliche Raser in Kirchhellen. Während der AfD-Bezirksvertreter nach mehr Kontrollen ruft, hat die Polizei Recklinghausen die Szene längst im Blick.

„Ich wohne ja mitten im Ort und höre sie seit einigen Wochen wieder freitags und samstags zwischen 22 und 2 Uhr nachts rasen. Das ist nicht nur ziemlich störend, sondern auch gefährlich“, bestätigt Kirchhellens Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder die Behauptungen in den sozialen Netzwerken. Er vermutet, dass die Raser vor allem im Bereich Hauptstraße/Kirchhellener Ring und Pinntal unterwegs sind und würde sich freuen, wenn die Polizei an diesen Stellen mal am späten Freitag- oder Samstagabend eine mobile Messstation aufbauen würde.

Kaum Augenzeugen zu nächtlicher Stunde in Kirchhellen

Wo genau gerast wird, das kann Schnieder nur vom Hören schwer lokalisieren. Er habe zwar den Dorfpolizisten Thomas Köster auf die Problematik angesprochen, er tue sich jedoch schwer damit, nachts die Polizei anzurufen. „Ich kann denen ja nicht genau sagen, wo sie suchen sollen. Ich denke, das geht vielen so. Augenzeugen wird es wenige geben um diese Uhrzeit“, sagt der Bezirksbürgermeister.

Parkplatz am St. Antonius-Krankenhaus in Kirchhellen
Vom Parkplatz am St. Antonius-Krankenhaus in Kirchhellen kann man die nächtlichen Raser gut hören – das sagt zumindest Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder. © Manuela Hollstegge © Manuela Hollstegge

Diese Tatsache könnte ein Grund dafür sein, dass die Polizei Recklinghausen auf Nachfrage der Redaktion kein erhöhtes Beschwerdeaufkommen über Raser in Kirchhellen feststellen konnte. „Wir nehmen die Anfrage jedoch zum Anlass, dort verstärkt Streife zu fahren und gegebenenfalls auch Fahrzeuge zu überprüfen“, sagt Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber. Immer habe man derzeit natürlich auch ein Auge darauf, ob es irgendwo Szene-Treffen gebe, die nach den aktuellen Corona-Kontaktbeschränkungen nicht erlaubt seien.

„Nicht die ganze Tuningszene ist illegal“

Insgesamt habe man seit längerer Zeit schon Raser sowie die illegale Tuningszene besonders im Blick. Kollegen hätten sich fortgebildet, um illegale technische Veränderungen besser erkennen zu können. Nach einer großen Kontroll-Aktion in Dortmund habe man die Information erhalten, dass Teile der Szene in den Kreis Recklinghausen abgewandert seien. „Wir wollten frühzeitig mit Kontrollen gegensteuern, haben die Information bislang aber nicht bestätigen können“, so Wilming-Weber. Ihm ist es zudem wichtig zu betonen, dass nicht die ganze Tuningszene illegal sei, sondern man nur auf der Suche nach den „schwarzen Schafen“ sei.

Ähnlich wie 2018 hat sich auch jetzt die AfD des Themas angenommen. So verspricht der Kirchhellener AfD-Bezirksvertreter Christian Malkowski in einer Pressemeldung, sich dafür einzusetzen, „dass endlich etwas gegen diese Szene unternommen wird.“ Der Polizei wirft er vor, sich „nur zum Blitzen“ in Kirchhellen sehen zu lassen und erneuert die alte Forderung seiner Partei, die örtliche Wache 24 Stunden zu besetzen.

Einsätze in Kirchhellen sind laut Polizei gewährleistet

„Eine geöffnete Wache sorgt nicht dafür, dass gewährleistet ist, dass Einsätze wahrgenommen werden können“, kontert Wilming-Weber. Wichtige Hinweise könnten über den Notruf an die Polizei übermittelt werden, die dann dafür sorge, dass ein sich im Stadtgebiet in Einsatz befindlicher Streifenwagen sich auf den Weg nach Kirchhellen mache. Insgesamt sei man ständig in Kontakt mit der Stadt – zusätzlich gebe es die Sicherheitskonferenz, in der sich die Bürgermeister der Städte mit der Polizeipräsidentin über Themen wie beispielsweise nächtliches Rasen austauschen würden.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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