Neue Sporthalle: Bezirksvertreter kritisieren Bottroper Verzögerungstaktik

mlzBürger zahlen schon

Wie lange soll es noch dauern, bis Kirchhellen endlich eine weitere Sporthalle bekommt? Der Bedarf ist längst nachgewiesen. Und manche Bürger haben sogar schon dafür bezahlt.

Kirchhellen

, 06.09.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bedarf für eine weitere Sporthalle ist unumstritten - seit Langem. Bauherren vom Schultenkamp haben sogar dafür bezahlt. In Sicht ist die Sporthalle dennoch nicht. Eine unendliche Geschichte?

Jürgen Heidtmann, Geschäftsführer des Sport- und Bäderbetriebes, hatte am Dienstag die undankbare Aufgabe, den Kirchhellener Bezirksvertretern einen äußerst unbefriedigenden Sachstandsbericht geben zu müssen. Die verzögerte Planung der an der Bottroper Neustraße geplanten neuen Halle, mit deren Fertigstellung man Mitte/Ende 2021 rechne, habe das Kirchhellener Projekt weiter nach hinten verschoben.

Löwenfeldstraße ist der favorisierte Standort

Erst seit April 2019 lägen die Ergebnisse einer externen Prüfung über Bedarf und mögliche Standorte für die Kirchhellener Halle vor. Die Stadt favorisiert offenbar den Standort Löwenfeldstraße. Jürgen Heidtmann: „Wir hoffen auf Synergieeffekte für VfB und TSG, denn für die Vereine reichen die Umkleiden nicht mehr aus.“

Bedarf hin oder her, im städtischen Haushalt finden sich keine Mittel für die in Kirchhellen seit Langem ersehnte Baumaßnahme. Dabei wurden und werden Bauherren des Neubaugebiets Schultenkamp für den Turnhallenbau zur Kasse gebeten.

In der Bezirksvertretungssitzung war die Rede von 1700 Euro pro Wohneinheit. Wie viel auf diese Weise schon zusammengekommen und wo dieses Geld sei, sei nicht bekannt, berichtete Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder von seinen Recherchen bei der Stadt Bottrop.

Bezirksvertreter kritisieren Bottroper Verzögerungstaktik

Dorothee Askemper von der CDU kritisierte die Verzögerungstaktik: „Standorte stehen seit Langem zur Verfügung. Warum wurde hier nicht längst schlüsselfertig gebaut wie zum Beispiel das Hallenbad in Bottrops Stadtmitte, wenn die Stadt keine eigenen personellen Ressourcen für die Realisierung eines solchen Projekts hat?“

Und ihre Parteikollegin Anette Bunse appellierte dringend an die Verwaltung, die gesetzliche Verpflichtung zum Bau der Halle durch die zweckgebundenen Zahlungen vom Schultenkamp nicht zu unterschätzen. Bernhard Steinmann (CDU) brachte die Gefühlslage der Bezirksvertreter, die seit Jahren um das Projekt kämpfen, auf den Punkt: „Wir fühlen uns in Kirchhellen zurückgesetzt.“

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SPD-Sprecher Willi Stratmann machte ebenfalls keinen Hehl daraus, dass Kirchhellen aus seiner Sicht jetzt „dran“ sei: „Wir müssen jetzt Fleisch an den Knochen kriegen.“ Seine Bottroper Parteifreunde könnten das anders sehen. Im Betriebsausschuss für den Sport- und Bäderbetrieb wurde bereits diskutiert, ob die nächste Sporthalle der Stadt nicht im Stadtteil Eigen in der Nähe der Willy-Brandt-Gesamtschule entstehen müsse.

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