Rund um die Hauptstraße sind die Bodenrichtwerte in Kirchhellen am höchsten. © Robert Wojtasik (A)
Wohnen

Neue Zonen für Grundstücke – Werte steigen in Kirchhellen-Mitte

In Bottrop wurden jetzt die Wertzonen der Grundstücke im Stadtgebiet aktualisiert. Die höchsten Bodenrichtwerte in Kirchhellen gibt es im Bereich der Hauptstraße.

Wer ein Grundstück besitzt, kennt ihn wahrscheinlich. Sachverständige, Immobilienmakler und Behörden, wie zum Beispiel das Finanzamt, nutzen ihn – die Rede ist vom sogenannten Bodenrichtwert. Der Gutachterausschuss der Stadt Bottrop hat die Zonen der Bodenrichtwerte vor Kurzem aktualisiert.

Der Wert gibt Auskunft über den Wert eines Quadratmeter Bodens mit bestimmten Eigenschaften innerhalb einer Zone. Das Baugesetzbuch schreibt vor, dass jedes Grundstück in einer Bodenrichtwertzone liegen muss. Die Zonen müssen also flächendeckend für die ganze Stadt vorliegen. In Bottrop waren diese gesetzlichen Forderungen bislang noch nicht vollständig erfüllt, sodass der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in einem aufwändigen Projekt diese umfassenden Anpassungen vorgenommen hat.

Es wurden elf Zonen für die Nutzungsart Forstwirtschaft, 14 Zonen für die Landwirtschaft und 15 Zonen für bebaute beziehungsweise bebaubare Grundstücke im Außenbereich neu gebildet. In diesen Fällen wurden vom Gutachterausschuss auch neue Bodenrichtwerte beschlossen beziehungsweise bestehende Werte übertragen. Darüber hinaus wurden 265 Zonen für sonstige Nutzungen (SN) angelegt, die aufgrund ihrer speziellen Eigenart ohne Wert ausgewiesen wurden, wie zum Beispiel die Straßenflächen oder Schul- und öffentliche Sportflächen.

In Bottrop gibt es jetzt 3.273 Bodenrichtwertzonen

Neben diesen neuen Zonen wurden auch in rund 635 Fällen bestehende Zonen in ihrem Zuschnitt verändert. Gründe hierfür waren unter anderem Grundstücksteilungen oder Nutzungsänderungen. Auch wurden Anpassungen aufgrund der neuen Datenschutzbestimmungen vorgenommen, denn aus dem Bodenrichtwert sollen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Vermögensverhältnisse einzelner Personen gezogen werden können. Insgesamt wurden mehr als 1.600 Flurstücke anderen Zonen zugeordnet. Nach Abschluss der Arbeiten gibt es für das Stadtgebiet Bottrop nun 3.273 Bodenrichtwertzonen.

Eingesehen werden können die Werte im Internet unter www.boris.nrw.de. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die Werte in Kirchhellen recht unterschiedlich verteilt sind. Während in Feldhausen und Grafenwald die Werte nur wenig variieren und sich bei um die 300 Euro pro Quadratmeter einpendeln, sieht es in Kirchhellen-Mitte anders aus.

Der Gutachterausschuss hat die Zonen der Bodenrichtwerte in Bottrop umfassend aktualisiert. So sieht die Karte aus, die online abgerufen werden kann. © Stadt Bottrop © Stadt Bottrop

Zwar gibt es auch dort viele Werte um die 300 Euro/Quadratmeter, aber rund um die Hauptstraße und den Johann-Breuker-Platz steigen die Werte stark an. Ein Höchstwert von 560 Euro pro Quadratmeter lässt sich unter anderem dort finden. Ein Blick in die Entwicklung der Bodenrichtwerte in diesem Bereich zeigt, dass sie seit 2011 in zwei Etappen angestiegen sind. Einen Anstieg gab es 2016, einen weiteren 2019. Bei einem Grundstück im Bereich der Hauptstraße mit dem aktuell vergleichsweise hohen Bodenrichtwert von 560 Euro pro Quadratmeter lag der Wert beispielsweise 2011 noch bei 460 Euro/Quadratmeter, stieg 2016 auf 510 Euro/Quadratmeter, bevor er dann 2019 den aktuellen Wert erreichte.

Wert gleicht nicht dem tatsächlichen Wert des Grundstücks

Wichtig ist jedoch, dass der Bodenrichtwert nicht mit dem tatsächlichen Wert des Grundstücks gleichzusetzen ist. Dieser kann vom Bodenrichtwert je nach den Unterschieden in den wertbestimmenden Eigenschaften erheblich abweichen. Hierbei wird der Wert zum Beispiel durch die Lage, durch Lärm- und Geruchsimmissionen, durch die bauliche Ausnutzbarkeit, durch die Himmelsrichtung und weitere Faktoren beeinflusst. Nähere Informationen zum Gutachterausschuss gibt es online unter www.bottrop.de/gutachterausschuss.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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