An Pfingsten wollte sich ein 63-jähriger Marler an einem Shetland-Pony sexuell vergehen. Es gab damals schon Hinweise, dass dies nicht das erste Pony gewesen sein könnte.

Kirchhellen

, 24.07.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schock an Pfingsten war für die Vorsitzenden des Reitvereins Ruf Sterkrade 42, Hans-Jürgen Fratszer und Mirjam Galgalewicz, groß. In der Box von Shetland-Pony Mandy erwischten sie einen 63-jährigen Marler, wie er gerade seine Faust in das Hinterteil des Tieres einführen wollte. Obwohl der Mann vehement darauf beharrte, nur dem Pony von hinten aufgeholfen zu haben, glaubten die Verantwortlichen ihm kein Wort und riefen die Polizei.

Als gute Nachbarn wollten die beiden Vereinsvorsitzenden anschließend die Besitzer der angrenzenden Pferdeställe vor dem Täter warnen.

Dabei kam der Kirchhellenerin Kirsten Döring ein fürchterlicher Verdacht. Ihr Shetland-Pony Monty war bereits seit mehreren Wochen sehr apathisch gewesen. Sie mutmaßte nach dem aktuellen Fall im Nachbarstall, dass ihr Pony ebenfalls Opfer eines sexuellen Missbrauchs durch einen Menschen geworden ist.

Solche Fälle sind selten, passieren aber immer wieder, wie Berichte aus den Nachbarlokalausgaben der Ruhr Nachrichten zeigen.

So hatte sich laut Berichten unserer Zeitung ein 66-Jähriger in Dortmund-Kemminghausen 2016 an Ponys in einem Stall vergangen und sie verletzt. Den Besitzerinnen gelang es, den Täter auf frischer Tat zu ertappen, weil sie ihm eine Videofalle gestellt hatten. Auch in Lünen wurde ein Unbekannter sexuell übergriffig. Sein Opfer: ein Shetlandpony.

Missbrauch hat es schon mal in Kirchhellen gegeben

Und in Kirchhellen ist der aktuelle Missbrauch kein Einzelfall. 2013 sorgte ein Unbekannter für ähnliche Schlagzeilen, als er sich an einem Pferd verging. Aus Sicht von Ponybesitzerin Kirsten Döring deuteten alle Indizien darauf hin, dass ihr Monty das ursprüngliche Opfer des Marlers gewesen sein könnte: „Montys Leiden passen zu den Symptomen, die Shetland-Ponys nach einem sexuellen Missbrauch zeigen“, erklärt sie. „Als Monty dann nicht mehr da war, weil er auf eine andere Weide gebracht worden ist, hat er sich das nächste Tier gesucht“, behauptet sie. Der 63-jährige Marler Tatverdächtige hat bei seiner Vernehmung durch die Polizei aber bestritten, regelmäßig in der Umgebung der Kirchhellener Ställe gewesen zu sein.

Nicht viele fremde Autos unterwegs

Allerdings konnten sich nicht nur Mirjam Galgalewicz, sondern auch Einstaller von Kerstin Döring an den Wagen des mutmaßlichen Täters erinnern: „Hier in der Gegend fahren nicht viele fremde Autos. Da fällt eines, das wiederholt hier gesehen wird, den Leuten schon ins Auge“, sagt Döring. Rechtliche Schritte möchte die Kirchhellenerin Kirsten Döring aber nicht weiter verfolgen. „Die Zeit dafür ist vorbei. Es gibt ja keine Beweise mehr“, meint sie.

Kirsten Döring möchte mit der ganzen Angelegenheit abschließen. Denn Monty gehe es mittlerweile auf seiner neuen Weide besser, sie besuche ihn regelmäßig, erzählt Döring.

Bestrafung ist nach Tierschutzgesetz möglich

Die Staatsanwaltschaft Essen hat mit Ermittlungen in dem Fall begonnen. Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes verbietet sexuelle Handlungen mit Tieren. Wer Tiere sexuell missbraucht, dazu abrichtet und zur Verfügung stellt oder zu artwidrigem Verhalten zwingt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wer ein Tier verletzt, begeht eine Straftat. Die Justiz kann eine Geldstrafe oder Haft bis zu drei Jahren aussprechen.

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