Die Stadt Bottrop investiert 72,4 Million Euro in Tiefbaumaßnahmen. Teil davon ist auch der lange geplante Radweg an der Gahlener Straße. Baubeginn soll im November sein.

Kirchhellen

, 10.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

72,4 Million Euro - so viel investiert die Stadt Bottrop in Tiefbaumaßnahmen zwischen April 2019 und Mai 2021. „Ich gehöre hier ja quasi schon zum Inventar, aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so viele Maßnahmen hatten“, sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler.

Eine dieser Maßnahmen ist der Bau des Geh- und Radweges an der Gahlener Straße. Seit Jahren ist er Thema in Kirchhellen. Erst brauchte er Zeit, um auf der Prioritätenliste des Regionalverbandes Ruhr (RVR) nach oben zu rücken, dann gab es Probleme mit den Grundstückseigentümern entlang des Weges. Während in Schermbeck schon gebaut wird, schien es in Kirchhellen lange so, als würde der Radweg nie Realität werden. Jetzt rückt der Beginn der Bauarbeiten aber tatsächlich in greifbare Nähe.

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Zumindest, wenn man Tiefbauamtsleiter Heribert Wilken Glauben schenken darf. „Unsere Pläne sind fertig, es steht nur noch die Genehmigung des Landesbetriebs Straßen.NRW aus. Damit rechnen wir spätestens im Herbst“, so Wilken.

Baulastträger ist nämlich eigentlich nicht die Stadt Bottrop, sondern Straßen.NRW. Diese baten die Stadt jedoch 2015 um Amtshilfe. So ist die Stadt Bottrop nun verantwortlich für Planung und Bau des Radwegs und bekommt die entstandenen Kosten im Nachgang vom Landesbetrieb ersetzt.

Radweg soll im Oktober 2020 fertig sein

Sollte die Genehmigung kommen, werden die Bauarbeiten ausgeschrieben. Außerdem stehen noch einige Vorarbeiten sowie die Fällung einiger Bäume an. Ab November soll dann gebaut werden - im Oktober 2020 soll der Radweg dann endlich fertiggestellt sein.

An allen Ecken und Enden wird in Bottrop gebaut. Insgesamt sind es aktuell 37 einzelne Maßnahmen. Damit auch alle Projekte geplant und betreut werden können, hat die Stadt in der Vergangenheit zahlreiche neue Mitarbeiter eingestellt. Außerdem treffen sich Straßenverkehrsamt, Tiefbauamt sowie die beteiligten Versorgungsdienste alle paar Wochen zu einem runden Tisch, um die Maßnahmen zu koordinieren.

Baumaßnahmen werden am runden Tisch koordiniert

Denn klar ist - so viele Baustellen gehen nicht spurlos an der Bottroper Bevölkerung vorbei. „Wir versuchen, die Maßnahmen so gut es geht zu koordinieren, um die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, erklärt der Technische Beigeordnete Klaus Müller.

Und der Oberbürgermeister ergänzt: „Über Jahrzehnte hatten wir zu wenig Mittel für die Infrastruktur unserer Stadt zur Verfügung. Jetzt müssen wir aufholen, um die Infrastruktur zukunftsfähig zu machen, daher bitten wir die Bürger um Verständnis für die Fülle an Baustellen.“

Antrag auf Kanalnetzerweiterung für das Pinntal

Auf der langen Liste der Tiefbauprojekte steht auch das Gewerbegebiet Pinntal. Beginn der Arbeiten dort soll im Februar 2020 sein, bis Oktober sollen sie beendet sein. „Der Antrag auf eine Kanalnetzerweiterung ist gestellt, jetzt brauchen wir nur noch die Genehmigung“, so Müller. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 1,7 Million Euro.

Radweg nach Schermbeck soll ab November gebaut werden

An diesen Orten laufen aktuell Tiefbau-Maßnahmen in Bottrop beziehungsweise werden bald welche starten. © 00alma

Auch die Arbeiten zur endgültigen Herstellung der Verkehrsfläche des „Paul-Moor-Weges“ sind nach Angaben der Stadt vergeben und sollen noch in diesem Monat starten. Das Bauvolumen beläuft sich hier auf 240.000 Euro.

Kanalerneuerung an der Papenheide startet im Frühjahr

Im Frühjahr 2020 soll die Kanalerneuerung an der Papenheide starten und bis August 2020 beendet sein. Kostenfaktor hier: 950.000 Euro. Ab Dezember dieses Jahres wird auch an der Hackfurthstraße gearbeitet: Dort wird für rund 600.000 Euro bis März 2020 ein Kanal gebaut. Ebenfalls im Dezember soll laut Stadt der Ausbau der Dorfheide beginnen. Die Planung sei erstellt, die Vergabe laufe, heißt es. Für den Kanalbau werden ungefähr 1 Million Euro veranschlagt, für die Straße 730.000 Euro. Die Fertigstellung ist für November 2020 geplant.

Die Sanierung der Schneiderstraße ist bekanntlich ein langwieriges Projekt. Über zwei Jahre wird es dauern. Kostenfaktor: rund 6,7 Million Euro. Aktuell befinden sich die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt. „Die Firma vor Ort arbeitet gut und macht einen guten Eindruck“, so Wilken.

An der Brandenheide soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. „Die Genehmigungen für Kanalbau und Baustraße sind da, die Vergabe läuft“, heißt es von Seiten der Stadt. Geplant sind die Arbeiten - Kanalbau und Baustraße - von November 2019 bis September 2020. Kostenfaktor: rund 2 Million Euro.

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