RAG: Alternativrouten zur Schachtverfüllung sind nicht möglich

Bergbau

Die RAG hat vorgeschlagenen Alternativrouten zur Schachtverfüllung an Schacht 9 in Grafenwald eine Absage erteilt. Anwohnern machte sie trotzdem Zugeständnisse.

Grafenwald

30.07.2019 / Lesedauer: 3 min
RAG: Alternativrouten zur Schachtverfüllung sind nicht möglich

So sehen die geplanten LKW-Fahrtrouten für die Schachtverfüllung an Schacht 9 aus. © k02f780

Nach der Bürgerversammlung zur bevorstehenden Schachtverfüllung in Grafenwald an Schacht 9 fanden zur geplanten Routenführung bei der Anlieferung Gespräche zwischen der RAG und den Verantwortlichen der Stadt Bottrop statt. Auch die Anregungen und Bedenken der Anwohner zur Verkehrsführung der LKW wurden miteinbezogen und von Fachgutachtern geprüft und mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bottrop erörtert.

Die vorgeschlagene Alternativroute, die Sandtransporte über den Schotterweg südlich der Schöttelheide zu führen, ist nach Angaben der RAG nicht möglich. Ein von der RAG beauftragter Gutachter kommt zu dem Schluss, dass wegen der Nähe zum Fauna-Flora-Habitat/Naturschutzgebiet Köllnischer Wald eine aufwendige Verträglichkeitsprüfung erforderlich wäre.

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Die Anlieferung der erforderlichen Sandmengen stelle - so das Gutachten - über einen längeren Zeitraum eine erhebliche Umwelt- und Staubbelastung sowie eine gesteigerte Gefahr für das geltende Rad- und Wegekonzept dar. Dagegen seien Landes- und Kreisstraßen wie die Straße Vossundern für derartige Verkehre vorgesehen und bedürften daher keiner besonderen Genehmigung.

Die abgestimmte Fahrtroute der LKW soll planmäßig im „Kreisverkehr“ erfolgen. Die anfahrenden beladenen LKW fahren über die Fernewaldstraße zur Anlieferung an Schacht 9. Die Leerfahrten führen anschließend über Vossundern zurück zur Bottroper Straße. Aus technischen Gründen kann es, so die RAG, temporär zu einem Richtungswechsel kommen. Der LKW-Verkehr vom Haupt- zum Zwischenlager nutzt den zecheneigenen Abschnitt der Straße Vossundern.

Absolutes Halteverbot an Kreisstraße Vossundern

Da die Kreisstraße Vossundern aktuell auch als Umleitungsstrecke für den Ausbau der Schneiderstraße dient, hat das Straßenverkehrsamt dort im nördlichen Bereich ein absolutes Halteverbot angeordnet. So soll eine sichere Verkehrsführung zum Schutz der Anwohner gewährleistet werden.

Für die betroffenen Anwohner wird deshalb im Zeitraum des Halteverbots ein Teil des Mitarbeiter-Parkplatzes zur Verfügung gestellt. Der Fachbereich Tiefbau werde zeitnah als weitere Sicherheitsmaßnahme die Markierungen der Radwege Vossundern erneuern und diese mit einem roten Straßenstreifen markieren.

Zeitraum der Sandanlieferung wird verlängert

Das Bergwerk hat gemeinsam mit der Stadt Bottrop den Wunsch der Bürger aufgegriffen, den Zeitraum der Sandanlieferung zu verlängern, um so den täglichen LKW-Einsatz und entsprechende Lärmbelästigungen zu verringern. Die Anlieferungsfahrten werden an die tägliche Verkehrssituation angepasst. Der Beginn der Anlieferung des Sandes wird ab Mitte August starten und im November enden. Daran wird sich die Verfüllung des Schachtes mit der Anlieferung der Restmengen des Sandes und des benötigten Zements anschließen.

Die Verfüllung muss ohne Unterbrechung erfolgen, damit eine dauerstandsichere Verfüllung gewährleistet ist. Diese würde eine kontinuierliche Anlieferung des Zements durch Silofahrzeuge, auch in den Nachtstunden, erforderlich machen. Die Lärmbelästigung in der Nacht kann aber durch die Anpassung der Bevorratung in einem größer ausgelegten Zementsilo reduziert werden.

Sicherungsposten soll in der Nacht eingesetzt werden

Die Anlieferung des Zements durch Silofahrzeuge soll so in der Nacht vermieden werden. Zusätzlich werde, so die RAG, in den Nachtstunden ein Sicherungsposten eingesetzt, um das vorgeschriebene akustische Sicherheitssignal beim Rückwärtsfahren der LKW abzuschalten.

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