Sabine Ridderskamps Schüler halten die Zügel fest in der Hand

Therapeuthisches Reiten

Reiten als Heilmittel: Sabine Ridderskamp ist leitende Reitpädagogin am Rotthoffs Hof. Sie bietet Therapiestunden auf dem Pferd für Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung an. Ein Interview von Christiane Goßen.

KIRCHHELLEN

von Von Christiane Goßen

, 21.04.2011, 13:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sabine Ridderskamp leitet die Reittherapie auf dem Rotthoffs Hof.

Sabine Ridderskamp leitet die Reittherapie auf dem Rotthoffs Hof.

Ich koordiniere die Therapiestunden am Rotthoffs Hof und gebe auch selbst welche. Außerdem dokumentiere ich nach jeder Stunde genau, welche Ziele die Patienten erreicht haben.

Mit Pferden kann sich der Mensch besonders gut und intensive verständigen. Pferde reagieren stark auf die Emotionen des Reiters oder der Reiterin. Ist er bockig, merkt das das Pferd. Für Menschen mit Ängsten ist es außerdem wichtig, im wahrsten Sinne des Wortes mal „die Zügel in die Hand zu nehmen“ und dadurch Selbstvertrauen zu gewinnen.

Wir sind keine Reitschule. Es geht um Traumaverarbeitung, Rehabilitation und Spaß am Reiten. Die Patienten dürfen sich ihre Pferde selbst aussuchen. Die Stunden werden in Gruppen von zwei bis vier Patienten abgehalten, darunter Kinder und Erwachsene. Die Hippo-Therapie findet in Einzelsitzungen statt.

Ja, unsere Pferdesportler nehmen regelmäßig erfolgreich an regionalen Turnieren teil. Der 35-jährige Markus Mlinaric reitet im Juni bei den Special Olympics in Athen für Deutschland. Das ist ein wirklich toller Erfolg für ihn und auch für uns.

Ich persönlich habe Sozialpädagogik studiert und zusätzlich eine Ausbildung für therapeutisches Reiten gemacht. Für die Arbeit am Rotthoffs Hof braucht man außerdem noch einen Trainerschein für das Reiten mit behinderten Menschen. Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden? Ich bin schon als Kind geritten und habe immer positive Erfahrungen mit meinen Pferden gemacht. Die wollte ich weitergeben und habe meinanschließend mein Hobby zum Beruf gemacht.

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