Für die OGS-Kinder der Kirchhellener Gregorschule geht es regelmäßig zum Waldbaden. Dabei kann man auch mal als Vogel im selbstgebauten Nest Platz nehmen. © privat
Waldbaden

Schüler lassen ihre Sorgen beim Waldbaden zurück

Die Kinder der OGS an der Kirchhellener Gregorschule gehen regelmäßig zum Waldbaden. Zwei Mitarbeiterinnen haben sich dafür extra fortgebildet und sind begeistert von den Reaktionen.

Kinder und Wald – zwei Dinge, die zueinander gehören. Das wissen auch Monika Kleine-Wieskamp und Yvonne Weimann. Sie sind Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsschule an der Kirchhellener Gregorschule und gehen mit den Schülern regelmäßig zum Waldbaden.

Bei den Waldspaziergängen mit ihren Schützlingen überzeugt sie immer wieder die Gelassenheit und das Wohlbehagen der Kinder in der Natur. Doch sie wollten mehr über diese Faszination erfahren und belegten einen Kompaktkurs an einer Online-Fernakademie zum Thema Outdoorpädagogik. Mit diesem neuen Wissen gehen sie gern so oft wie möglich – und wenn Corona es zulässt – mit den sechs- bis elfjährigen Schülern in den nahegelegenen Wald an der Töfflinger Straße.

„Wenn ein Kind zu uns sagt: ‚Meine Sorgen lass ich einfach im Wald. Ich erzähle sie meinem Baum‘, überzeugt uns das, das Richtige zu tun“, erzählt Monika Kleine-Wieskamp. Beim Waldbaden handelt es sich indes nicht um einen einfachen Spaziergang. „Wir nehmen uns ganz bewusst Zeit, schalten den Kopf einfach aus. Die Kinder nehmen mit allen Sinnen wahr. Sie entdecken einfach den Wald“, sagt Yvonne Weimann.

Mit beiden Armen den Baum fassen, ihn spüren und ruhiger werden – das können die Kinder beim Waldbaden in Kirchhellen. © privat © privat

Wissenschaftler hätten zudem herausgefunden, dass sich in der Waldluft zum Beispiel Terpine befinden würden, die wir über die Luft und die Haut aufnehmen würden und unsere Killer- und Immunzellen stimulieren könnten. Das Waldbaden wurde schon in den 80er-Jahren in Japan konzipiert und ist heute ein internationaler Gesundheitstrend.

Kirchhellener Kinder werden im Wald ruhiger

„Dazu kommt der typische Waldduft, er steigert das Wohlbefinden und sorgt für die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin. Die Bewegung in der Natur fördert auch die Motorik und die Koordination. Das Laufen auf unebenen Böden steigert den Gleichgewichtssinn. Auf überaktive Kinder wirkt der Wald beruhigend und entspannend,“ ergänzt Kleine-Wieskamp.

Monika Kleine-Wieskamp und Yvonne Weimann sind begeistert von den Reaktionen der Kinder im Wald und freuen sich auf das nächste gemeinsame Waldabenteuer mit ihren Schützlingen.
Monika Kleine-Wieskamp und Yvonne Weimann sind begeistert von den Reaktionen der Kinder im Wald und freuen sich auf das nächste gemeinsame Waldabenteuer mit ihren Schützlingen. © Maria Dehling © Maria Dehling

Sind die Kinder auf dem Weg in den Wald noch unruhig, dauert der Heimweg dann deutlich länger. „Sie gehen langsamer und erzählen von ihren Erfahrungen, wie sich Moos anfühlt oder wie dick und rau ein Baumstamm ist“, so Kleine-Wieskamp. Das erfahren die Kinder auch beim Sammeln von Materialien im Wald. Die gesammelten Blätter, Rinden oder Steine werden gemeinsam zu einem Mandala gelegt.

Zum Schluss äußern die beiden OGS-Mitarbeiterinnen noch einen Wunsch: „Hoffentlich geht es in den Sommerferien wieder zusammen mit den Kindern in den Wald – Corona muss natürlich mitspielen. Alle freuen sich schon wieder auf das gemeinsame Erforschen der kleinen und großen Waldgeheimnisse.“

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