Schüler zogen ohne Spaten ins Moor der Kirchhellener Heide

KIRCHHELLEN Mit Rosenschere, Axt und Heckenschere, nicht mit dem Spaten, zogen sie ins Moor. Der Kletterpoth, das ehemalige Moorgebiet in der Kirchhellener Heide, war Montag das Ziel landschaftspflegender Arbeiten der Klasse 10a der Hauptschule Kirchhellen.

von Von Holger Steffe

, 30.03.2009, 18:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schüler zogen ohne Spaten ins Moor der Kirchhellener Heide

Die Schüler und Schülerinnen der 10a, der Kirchhellener Hauptschule, halfen bei Pflegemaßnahmen im Kletterpoth, dem ehemaligen Moorgebiet in der Kirchheller Heide.

Unter Anleitung von Lehrerin Christa Bähr, die mit halber Stelle an der Hauptschule und der zweiten Hälfte ihrer Arbeitskraft an der Umweltpädagogischen Station Heidhof tätig ist, gingen die Jugendlichen zu Werke. Das geschnittene Gehölz lagerten sie außerhalb des Areals, dort hatte Förster Werner Meemken eine Lagerfläche vorgegeben. „Eine weitere Schulklasse wird wohl nötig sein, den Rest der Fläche zu beschneiden. Damit die Schafe von Bauer Hetkämper, die nach Ostern kommen und dann das Gehölz auf natürliche Weise kurz halten, ihre Arbeit tun können“, beschreibt Christa Bähr die pflegerischen Maßnahmen bis zum Herbst.

Im Hochmoorkern weist der Kletterpoth, das wohl älteste Naturschutzgebiet (seit 1926) in Nordrhein-Westfalen, die charakteristische Moorvegetation auf. Hier findet man das schmalblättrige Wollgras, die Rosmarinheide und verschiedene Torfmoose. In den trockenen Randbereichen werden Glocken- und Besenheide zunehmend verdrängt durch Pfeiffengras und Gehölzwuchs. Damit dieser Gehölzwuchs nicht überhand nimmt, müssen Mensch und Schaf ein wenig in die Natur eingreifen. Wenn die Menschen das eingezäunte Gebiet des Kletterpoth verlassen haben, gehört das Moor wieder dem Moorfrosch, der Waldechse, der Kreuzotter und dem großen Heufalter – typische Hochmoorfauna, die sich den besonderen kargen Lebensbedingungen des Hochmoores angepasst hat.

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