Auch in den Kirchhellener Seniorenheimen werden Mitarbeiter und Besucher jetzt vor dem Betreten der Einrichtungen auf das Coronavirus getestet. © picture alliance/dpa
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Seniorenheime: Viele Besucher bereiten Mitarbeitern Bauchschmerzen

Trotz neuer Test-Strategie bereiten den Mitarbeitern der Kirchhellener Seniorenheime die vielen Besucher Sorgen. Immerhin haben sie jetzt Unterstützung von der Bundeswehr bekommen.

Dort, wo sich früher Bewohner untereinander oder mit ihren Angehörigen bei einem Kaffee getroffen haben, werden heute Corona-Schnelltests durchgeführt. Die Cafeteria des Kirchhellener Seniorenheims St. Johannes ist seit dem 16. Januar zu einer Art Test-Zentrum umfunktioniert worden. Der Aufwand ist enorm, doch seit Mittwoch (27. Januar) gibt es wenigstens ein bisschen Unterstützung.

„Jemand von der Bundeswehr ist jetzt für drei Wochen hier und macht Schnelltests bei Besuchern und Mitarbeitern – das hilft uns ungemein“, erzählt Einrichtungsleiterin Irena Glomb. Nach Ablauf der drei Wochen werde – je nachdem wie sich die Corona-Lage zu dieser Zeit darstelle – die Agentur für Arbeit jemanden schicken, um diesen Job zu übernehmen.

Anordnung musste sofort umgesetzt werden

Grund für den erhöhten Aufwand ist die Anordnung, dass Mitarbeiter der Heime, alle Besucher sowie auch Physiotherapeuten oder ambulante Pflegekräfte, die die Einrichtung besuchen, sich mindestens mit einem PoC-Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus testen lassen müssen, um Zutritt zu erhalten. „Diese Anordnung kam für uns aus heiterem Himmel und musste dann ja auch sofort umgesetzt werden“, erzählt Glomb.

Die Einrichtungsleitern der Caritas-Seniorenheime in Kirchhellen, Irena Glomb, hofft, dass es weiterhin keine Corona-Fälle in ihren Heimen geben wird. © privat © privat

Organisatorisch besonders schwierig sei die Testung der Mitarbeiter noch vor Dienstantritt. Zuvor waren diese alle paar Tage irgendwann während ihrer Dienstzeit getestet worden. Fast alle Leitungskräfte seien nun von ihren üblichen Arbeiten abberufen worden, um die Tests durchzuführen. Zwei bis drei Stunden seien diese Kräfte nun täglich damit beschäftigt, was dazu führe, dass viel Arbeit liegen bliebe.

„Wir bitten die Besucher aktuell, nicht zu oft zu kommen. Zweimal am Tag muss das zum Beispiel gerade nicht sein. Aber wir haben nicht feststellen können, dass deutlich weniger Besucher kommen. Ein bisschen Bauchschmerzen macht einem das schon, auch wenn ich verstehen kann, dass man seine Angehörigen sehen will“, sagt Irena Glomb. Auch, wer seine Angehörigen mit nach Hause nehmen möchte, muss sich vorher im Haus testen lassen – das sei schon immer so gewesen. Der Krisenstab der Stadt Bottrop hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass einige Angehörige auf diesem Wege versuchen würden, die Tests zu umgehen.

Kein Corona-Fall bislang in Kirchhellener Heimen

Auch, wenn der Aufwand groß ist, begrüßt Glomb die neue Vorgehensweise. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es natürlich auch mit den Schnelltests nicht. Besucher würden trotzdem gebeten, sich die Hände zu desinfizieren und Abstand zu halten. Hoffnung machen der Einrichtungsleiterin die Impfungen. „Das hat bislang super geklappt“, sagt sie. Während im Lorenz Werthmann Haus bereits alle, die es wollten, zweimal geimpft wurden, erfolgt die zweite Impfrunde im Haus St. Johannes am 7. Februar. Bislang hat es laut Glomb noch keinen Corona-Fall in den beiden Kirchhellener Häusern gegeben.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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