Seit Freitagnachmittag reißen die detaillierten Abstimmungsgespräche zwischen allen Betroffenen einfach nicht ab, so auch beim Vestischen Gymnasium im Gespräch zwischen Guido von Saint-George (stellvertretender Schulleiter, l.) und Dirk Willebrand (Schulleiter). © Maria Dehling
Coronavirus

So ist die Lage an den Kirchhellener Schulen

Die abrupte Aufhebung der Präsenzpflicht an den NRW-Schulen sorgte vor dem vergangenen Wochenende bei allen Beteiligten für viel Unruhe. So ist die Lage an den Kirchhellener Schulen.

Als die Mail des Schulministeriums am Freitagmittag um 13.32 Uhr Stefan Völlmert, den Leiter der Sekundarschule, erreichte, waren Schüler und Lehrkräfte größtenteils schon zu Hause.

Dennoch musste bis Montag der Schulalltag ohne Präsenzpflicht organisiert werden. Eltern mussten sich entscheiden, ob ihre Kinder daheim bleiben oder zur Schule gehen.

Auf der Homepage der Gregor- und Marienschule werden die Eltern heute schon um Hinweise zur eventuell erforderlichen Notbetreuung nach den Ferien gebeten. Schulleiter Gregor Fontein betreut zurzeit mit seinem Team die Hälfte der Kinder vor Ort. Er geht allerdings davon aus, dass es bis Freitag fortlaufend weniger werden.

„Die Lehrkräfte sind zurzeit gefordert. Sie haben zum einen die Kinder in der Schule zu betreuen und zum anderen die Kinder im Distanzunterricht zu Hause, das geschieht zum größten Teil am Nachmittag. Die Kollegen sind teils mit ihren Autos zu den Kindern unterwegs, um Lehrmaterial zu bringen. Das nicht Berechenbare bleibt zurzeit für uns die Konstante.“

145 Kinder waren an der Johannesschule vor Ort

Auch an der Johannes-Grundschule sind Erstinformationen sowie Anträge online gestellt. Am Dienstag waren an der Gartenstraße 145 Kinder vor Ort, 55 Prozent aller Schüler und Schülerinnen. Als digitale Hilfe sind digitale Tafeln oder Pinnwände im Einsatz. „Unsere Kinder können darüber Aufgabenstellungen, Videos und Lehrmaterial zu Hause herunterladen. Parallel dazu erstellen wir auch Materialpakete in Papierform“, berichtet Konrektorin Christiane Schmitt.

Konzepte für die bevorstehende Phase liegen parat. „Die nicht vorhandene Abstimmung zwischen Landes- und Bundesebene hat auch bei uns für Unsicherheiten gesorgt.“

Schulleiter Dirk Willebrand vom Vestischen Gymnasium hat am Freitagnachmittag direkt Eltern und Schüler informiert.

Am Dienstagmorgen waren rund 50 Prozent der Schüler vor Ort. „Die Klassen von der 8. bis zur Q2 befinden sich komplett im Distanzunterricht, sie arbeiten ausschließlich über die Lehrplattform. Dirk Willebrand: „Die Situation für die Schüler ist schwierig, keine sozialen Kontakte, bei den Oberschülern kommen zudem Zukunftsängste hinzu. Es geht bei der Benotung teilweise um Zehntel-Punkte, andere fragen sich, ob sie den Numerus Clausus schaffen.“

Keine mobilen Dienstgeräte

Ein weiteres Problem: Bislang wurden noch keine mobilen Dienstgeräte gestellt, vermutet werden Lieferengpässe bei Apple. Und wenn sie kommen, müssen sie zunächst eingerichtet werden. So arbeitet das Kollegium mit eigenen Geräten, was Datenschutzfragen nach sich zieht. „Bei uns ist sich jeder der schwierigen Situation bewusst. Es fällt ja auch nicht einfach so vom Himmel. Das Ganze ist einem höheren Ziel geschuldet, das müssen wir immer vor Augen halten.“

An der Sekundarschule gibt es täglich mehr Abmeldungen

An der Sekundarschule Kirchhellen gibt es täglich mehr Abmeldungen. Zurzeit sind 34 Prozent der Schüler vor Ort. „Viele Eltern waren zunächst der Ansicht, dass sie ihre Kinder in den Präsenzunterricht schicken sollten. Da mussten wir noch einmal nachkommunizieren“, so Schulleiter Stefan Völlmert am Dienstag. „Beim Distanzunterricht haben wir komplett auf die digitale Lernplattform des Landes NRW, Logineo, gesetzt, doch die ist seit heute Morgen anscheinend zusammengebrochen, vermutlich überlastet. Gerade eben erhalten wir viele Anrufe von verunsicherten Eltern und Schülern.“

Jede Lehrkraft hat über das System für jede Stunde Material eingestellt und hält am digitalen (privaten) Gerät Kontakt mit den Schülern. Auch sind noch nicht alle Schüler und Schülerinnen mit Geräten ausgestattet. „Wir haben uns gestern mit der Stadt Bottrop kurzgeschlossen, dass die iPads aus der Schule auch von den Kindern zu Hause genutzt werden können.“ Das sei eine enorme Erleichterung.

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