Soll in Kirchhellen ein Bergmanns-Ampelmännchen über die Straße führen?

Hauptstraße

Soll bald eine Ampel mit Bergmann-Bild über einer Kreuzung in Kirchhellen leuchten? Das besprachen die Bezirksvertreter in ihrer Sitzung am Dienstag. Und hatten Alternativvorschläge.

Kirchhellen

, 30.01.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Fußgängerampel mit Bergmann mit Helm auf dem Kopf und Lampe in der Hand soll an die Geschichte des Bergbaus erinnern.

Eine Fußgängerampel mit Bergmann mit Helm auf dem Kopf und Lampe in der Hand soll an die Geschichte des Bergbaus erinnern. © picture alliance/dpa

Der Bau- und Verkehrsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 29. Juni 2018 auf Antrag der SPD-Fraktion mit der Angelegenheit auseinandergesetzt. Zunächst sollen die Bezirksvertretungen beraten, an welchen Standorten in dem jeweiligen Bezirk die Lichtzeichen gegen Bergmannsfiguren ausgetauscht werden sollen.

Die Stadt wird die Kosten dafür nicht tragen. In Bottrop-Mitte haben sich vier Privatpersonen gefunden, die die Kosten für die Umgestaltung von vier Ampeln übernehmen wollen. Auch in Bottrop-Süd hat sich ein Sponsor für eine Ampel gefunden. Die Kosten liegen je Leuchte bei etwa 30 Euro plus Mehrwertsteuer, sodass die Materialkosten je einzelner Fußgängerfurt, abhängig davon, ob je Richtung zwei oder drei Leuchten installiert sind, bei etwa 145 beziehungsweise 215 Euro liegen. Bei einem vierastigen Kreuzungspunkt mit ebenso vielen Fußgängerfurten liegen die Kosten bei bis zu 860 Euro. Eine 50-prozentige Förderung durch den Verfügungsfonds werde geprüft, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage.

Bergmann-Ampel an der nächstgelegenen Ampel zu Schacht 10

Für Kirchhellen schlägt die Verwaltung die Kreuzung Bottroper Straße/Hauptstraße/Alleestraße/Holthausener Straße vor, weil es sich dabei um die nächstgelegene Ampel zum Schacht 10 handelt, die die Stadt Bottrop unterhält. Es gebe bisher aber keine Zusage von Privatpersonen, die Kosten für die Umrüstung dieser Ampelanlage tragen würden.

Ob die Verwaltung die Pläne weiterverfolgt, macht sie von der Resonanz der Politiker abhängig. Die Meinungen der Kirchhellener Politiker gingen in der Sitzung der Bezirksvertretung weit auseinander. Während Willi Stratmann (SPD) die Ampelmännchen als eine „Art der Geschichtsschreibung“ betrachtet, da der Bergbau die Region geprägt und sie von ihm profitiert habe, befand Dorothee Askemper (CDU): „So ein Ampelmännchen braucht es hier nicht.“ Sigrid Lange (Grüne), die selbst immer wieder von Bergschäden betroffen ist, stimmte ihr zu. Im letzten Jahr hat es laut RAG 800 bis 1000 Schäden gegeben. „Da gibt es immer eine persönliche Betroffenheit“, weiß Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder aus seinem Bekannten- und Verwandtenkreis.

Auch Ratsmitglied Anette Bunse (CDU) sieht diese Ampel in Kirchhellen als „unnötige Provokation“. Um das Heimatgefühl auszudrücken, gebe es doch in Kirchhellen ganz andere Zeichen. Ein Trecker oder ein Schützenbruder standen bei den Bezirksvertretern hoch im Kurs.

In der Niederschrift über die Sitzung werden die Bedenken der Bezirksvertreter widergegeben. Die Entscheidung trifft letztlich der Bau- und Verkehrsausschuss.

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